Für Interessenten eine bis vier  PREDIGT(en)                        

(Es ist nicht auszuschließen, dass ich auch mal den einen oder anderen Gedanken "übernommen" habe, ohne dies in jedem Fall ausdrücklich zu benennen.)  

Am 31. März 2014 endete mein Dienst im Pfarrsprengel Thale - 

seit dem 1. April 2014 bin ich Beauftragte für Springerdienste im Kirchenkreis Halberstadt.

Seit dem 1. Januar 2026 bin ich ehrenamtlich im Kirchenkreis unterwegs.

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Silvester 2025

16.30 Uhr Hausneindorf

Lied:                                64; 1        (Melodie EG 363!)

Silvester - wir bedenken, was uns bewegt, wenn dieses Jahr zu Ende geht und ein neues beginnt. Bald liegt es hinter uns mit seinen Tagen voller schöner und reicher Erfahrungen. Aber auch mit Stunden, die nicht vorübergehen wollten, die auf uns lagen wie eine schwere Last.

Es gibt die guten Erfahrungen, wo wir uns glücklich fühlten, wo das Leben ausgefüllt war. Da ist vieles, das im vergangenen Jahr das Leben bereichert hat. Besuche, Begegnungen und Erlebnisse – mit der Familie und mit Freunden – Bekanntes und Unbekanntes hat angeregt und angerührt. 

Es war alles da, was wir brauchten: Genug zu essen; eine warme Wohnung. Es gab Momente der Ruhe, der Entspannung, der Besinnung.

Freundinnen und Freunde waren da und gute Gespräche, die weiter halfen: Sie zeigten neue Wege, wenn wir nicht weiterwussten. Sie halfen über die Langeweile eines Tages und wir erfuhren, dass wir für andere etwas bedeuten.

Es gab die guten Stunden – sonnige Tage – Freude am Leben.

Lied:                                64; 2

Wir denken zurück an Tage und Stunden, die vergangen sind. Sie  liegen zurück und sind doch noch lebendig. Manchmal tut diese Erinnerung weh. Da sind schmerzliche Erfahrungen, wurde Unwiederbringliches verloren.

Es gab Stunden und Tage, in denen Trauer und Angst herrschten; wo wir im Selbstmitleid gefangen waren. Da ging Zuversicht verloren – ich bin innerlich verwundet worden – da hat etwas weh getan und kann nicht vergessen werden: Ein Wort, das verletzt hat – ein Blick, eine Geste, eine Aufmerksamkeit, die ausblieb.

Und da sind die Dunkelheiten in mir selbst; Erinnerungen, die sich nicht verdrängen lassen – Verfehlungen, die belasten – Erkenntnis von Schuld, die immer wiederkehrt.

Lied:                                64; 3

Erinnerung wird lebendig, heute Abend am Ende dieses Jahres. Tage fallen mir ein, wo nichts mehr zu gelingen schien, wo ich aufgeben wollte – Tage, wo schon das morgendliche Erwachen Angst vor dem Tag auslöste. Stunden, in denen ich mich einsam fühlte oder krank oder enttäuscht.

Ich denke an Fehler und Versäumnisse – an ein falsches Wort, dass von anderen missverstanden wurde – wo eine Freundschaft getrübt blieb – Verstehen nicht gelang.  Das Misstrauen mit dem ich einem anderen Menschen wehgetan habe – der Stolz, der verhinderte, den ersten Schritt zu tun – die vielen unterlassenen Worte, wenn ich nicht wusste, was ich sagen sollte – oder nicht den Mut dazu hatte.

Worte der Ermutigung und des Trostes. Worte der Erklärung und der Verständigung. Worte des Dankes und der Anerkennung.    Wo andere auf mich gewartet haben – vergeblich. Wo ich gebraucht wurde – und geschwiegen habe.

Lied:                                64; 4

Manchmal frage ich mich: Was wird werden im neuen Jahr, was wird es bringen, anderen und mir. Was,  wenn der Mut geringer wird und die Kraft für die nächsten Schritte nicht mehr reicht? Was, wenn Träume blass werden und Hoffnungen verkümmern? Wo ist das Licht, das den Weg weist, wenn es dunkel wird?

Ich suche nach Geborgenheit, nach einem, dem ich vertrauen kann, der zu mir hält, der bei mir bleibt – auch dann, wenn ich an meine Grenzen gerate – wenn ich über die Lieblosigkeit bei mir oder anderen nicht hinwegkomme.

Ich weiß und will es glauben: Gott ist es, auf den ich mich verlassen kann. Jesus ist es, der Geborgenheit anbietet und Begleitung durch das Leben – durch jeden neuen Tag – jedes neue Jahr.

Zu Jesus können wir kommen mit unseren Erfolgen und  mit unserer Freude; mit allem, was gelingt und woran wir Spaß haben; mit unseren Schwächen und Fehlern und dem Versagen; mit der Mutlosigkeit und dem Mangel an Hoffnung; mit der Sehnsucht nach erfülltem Leben. Zu Jesus können wir kommen wie wir sind. Und er kommt zu uns – schenkt uns Augen, die ihn erkennen.

Lied:                                64; 5

         Hier ist ein Bild:

Ich sehe darauf ein Gefäß – vielleicht ein wertvolles Glas – oder einen Kelch. Ich weiß nicht ob es leer ist oder gefüllt – und wenn es gefüllt ist, ahne ich nicht womit.

Vielleicht mit Wein – oder Most – bereitgestellt für das Abendmahl.

Oder es ist im übertragenen Sinne – der Kelch bis an den Rand gefüllt mit Bitterem, mit Leid – oder aber gefüllt mit Freude –

ich weiß es nicht, genauso wenig wie ich weiß, was das neue Jahr bringen wird.

Ein Kelch – aus Glas oder aus Metall.

Beim zweiten Hinsehen entdecke ich noch etwas anderes. Ich sehe zwei Gesichter im Profil – einander zugewandt – einander sehr nahe. Vielleicht haben sie sich etwas zu sagen – vielleicht wollen sie Zärtlichkeiten austauschen – oder auch nur Worte. Zwei Gesichter – einander zugewandt.

Es braucht Zeit, beides zu entdecken – den Kelch und die Gesichter.

Beides ist zu sehen – wenn auch nicht auf den ersten Blick. Es kommt auf die Art des Sehens an – wie ich meinen Kopf halte – wohin meine Augen zuerst gehen.

An diesem Bild entdecke ich, dass ein und dieselbe Sache verschiedene Gesichtspunkte hat.

Mir hilft das Bild, etwas Wichtiges zu verstehen: Was mir begegnet im Leben ist nicht eindeutig – es muss gedeutet werden. Es kommt auf die Betrachtungsweise an und ich bin mitverantwortlich für das, was ich sehe.

Niemand kann sagen: Das Bild zeigt einen Kelch – und sonst nichts. Niemand kann sagen: Das Bild zeigt zwei Gesichter – und sonst nichts. Niemand kann nur das eine sehen und sich dem anderen verschließen – jedenfalls geht das nicht gut.  Ich kann die Dinge verschieden sehen – ich muss sie nicht sehen wie andere es tun.

Wenn ich an das zurückliegende Jahr denke und an das vor uns liegende, dann kann mir niemand abnehmen, mit meiner eigenen Betrachtungsweise da heranzugehen. Und es wird eine Deutung sein und ein Ausschnitt bleiben – ein Teil, den zu sehen mir jetzt möglich ist.

Unser Sehen wird immer bruchstückhaft bleiben – dieses Wissen kann bewahren vor vorschnellen absolut klingenden Urteilen – über einen Menschen, eine Gemeinschaft, einen Sachverhalt.

Auf der Karte mit diesem Umkehrbild steht ein Text:

 

„Wer sich selbst findet, wird auch den anderen Menschen finden und die Welt wird ihnen offen stehen. Wer sich aber selbst verliert, verliert auch den anderen. Übrig bleibt dann nur der Kelch, der alle Misere dieser Welt erhält.“

Das, was vor mir liegt wird mitbestimmt durch die Art, wie ich es sehe. Ich möchte mich von dem Bild erinnern lassen: Ich weiß von der Liebe Gottes in der Welt – und wenn die Dinge so dargestellt werden als sei die Liebe erloschen oder unbedeutend geworden – dann erinnere ich mich daran, dass dies nur eine Seite der Darstellung ist – von Gott aus gesehen sieht es vielleicht ganz anders aus.

Ich möchte mich daran erinnern lassen: Gottes Liebe ist in der Welt, auch wenn ich sie manchmal nur wenig erkennen kann. Ich weiß, dass meine Sicht begrenzt ist – ich möchte darauf vertrauen, dass die Sichtweisen anderer meine ergänzen und bereichern können. Menschen sind aufeinander angewiesen - auf Gemeinschaft untereinander und mit Gott.

Dabei verlasse ich mich auf die Zusagen Gottes – auf sein Kommen zu uns Menschen – auf die Verbundenheit mit denen, die mit mir glauben und hoffen – und mit denen, die Generationen vor uns geglaubt und gehofft haben.

Lassen sie uns mit den Gedanken und Worten unserer Vorfahren den Glauben bekennen, der uns auch im kommenden Jahr zum Leben helfen will:

C r e d o

 

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Christvespern 2025

16. 30 Uhr Groß Quenstedt

17.30 Uhr Emersleben

 

Liebe Gemeinde,

„Früher war mehr Lametta“ – diesen anklagenden Ausspruch von Opa Hoppenstedt aus dem Sketch von Loriot werden die meisten erwachsenen Anwesenden gut kennen – und er zaubert ein Lächeln aufs Gesicht.

„Früher war mehr Lametta“ heißt ja: Früher war alles anders und natürlich besser – eine Behauptung, die des Öfteren zu hören ist.

Früher gab es mehr Liebe unter den Menschen, früher gab es weniger Gewalt, früher gab es mehr Sicherheit, früher haben Menschen sich in die Augen geschaut und nicht nur auf das Smartphone, früher wurde der Christbaum erst am Heiligabend geschmückt und nicht schon Wochen vorher. Früher eben …

Etwas ist geblieben: Die alte biblische Geschichte von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem gehört zum Fest dazu.

Beim Hören der biblischen Weihnachtsgeschichte fragt sich allerdings mancher: Gott, was soll das denn, ein Kind in der Krippe? Was wir brauchen ist ein starker, ein mächtiger Gott, einer der für Gerechtigkeit sorgt, der Kriege beendet und Katastrophen verhindert – und nicht so ein Kind, das selbst Hilfe braucht und geschützt werden muss.

Ich glaube, dass Gott mit dem Kind in der Krippe mit uns Menschen ganz neu anfängt. Dass er sich so klein und verletzlich macht, um uns die Angst zu nehmen.

Zwei Botschaften gehören zum Christfest und das seit ca. 2000 Jahren:

FÜRCHTET EUCH NICHT und FRIEDE AUF ERDEN.

Was ist daraus geworden? Können erwachsene Menschen das noch glauben?

Wenn wir uns umsehen, sind Zweifel erlaubt. Das Kriegsgeschrei verstummt nicht, Menschen verhungern, während andere an ihrem Überfluss zugrunde gehen. Die soziale Schere geht auch in unserem Land immer weiter auseinander - Gewaltbereite schikanieren Friedfertige – Terroranschläge erschrecken und machen hilflos – Umweltkatastrophen zerstören Menschenleben – unberechenbare Politiker gefährden den Frieden und führen unmenschliche Kriege, bei denen es keine Sieger geben kann – nur Verlierer und Zerstörung.  Kommen die biblischen Worte dagegen an?

Ich will das glauben – wie so viele andere auch, die Sehnsucht haben nach Frieden und Gerechtigkeit und Geborgenheit. In Jesus hat die Menschlichkeit ein Gesicht und einen Namen bekommen. Die Botschaft hat Jahrhunderte überlebt und Menschen zum Leben ermutigt. Gott bleibt nicht für sich - er kommt zu uns; nicht auf die Schokoladenseite des Lebens, sondern in den unbeschönigten Alltag.

Die Weihnachtsbotschaft ist ein Gegenbild gegen die Wirklichkeit, in der wir leben. Auch in diesem Jahr wurde deutlich, dass es für Wachstum, Wohlstand, einen gesicherten Arbeitsplatz, Frieden auf der Welt, Sicherheit vor Terror keine Garantie gibt.

Was bleibt, was ist verlässlich, wenn das Gewohnte und scheinbar Sichere in Frage steht. Gibt es Verlässlichkeit, gibt es Freude und Glück hinter all dem, was unseren Alltag prägt?

Die Botschaft von Weihnachten gibt darauf eine Antwort.

Das ist die Hoffnungsbotschaft schlechthin: Kein Leben ist so arm, keine Not so groß, als das nicht etwas Neues und Überraschendes entstehen kann. Und: Diese Nachricht ist nicht abgehoben und fern der Realität, sondern eingebettet in die Lebenswirklichkeit. Damals in die Alltagsroutine der Hirten und die Wissbegier der Sterndeuter, heute in unser Leben.

 

Das Kind aus der Krippe wird wachsen, es wird erwachsen, es wird heilen und trösten, befreien und Hoffnung geben – es ist nicht unterzukriegen und nicht totzukriegen, obwohl das immer wieder versucht wird.

Es ist ein Geschenk, dessen Wert sich erst nach den Feiertagen herausstellt – wenn der Alltag wieder kommt.

Dann brauche ich jemanden, der mir Mut macht zum Leben – und auch zum Sterben – einen, der mich nicht im Stich lässt, der zuverlässig ist und mich annimmt so wie ich bin – einen, der mich begleitet auch dann, wenn es schwer wird. Und genau so einer ist nun da – Gott sei Dank.

Wenn wir am Heiligen Abend Jahr für Jahr zusammenkommen, dann sollen die vertrauten Worte und das Betrachten der Krippe diese Hoffnung in uns wecken und die Sehnsucht anstacheln. Dass Veränderung möglich ist, dass Neues entstehen kann, dass nichts so bleiben muss wie es ist, dass sich die Suche nach Gerechtigkeit und Frieden und der Einsatz dafür lohnt.

Weil Gott in Christus selbst gezeigt hat, dass es möglich ist, Hoffnung zu schaffen, wo Menschen leiden, Versöhnung und Frieden zu bringen, wo Feindschaft und Unverstehen sind, Gemeinschaft zu stiften, wo Herkunft, Traditionen und Erziehung Vorurteile mit sich bringen. Das schützt auch davor auf Populisten hereinzufallen, die einfache Antworten auf schwierige Fragen versprechen, die Hass predigen und unsere Demokratie infrage stellen.

Weihnachten bedeutet: Gott kommt.  Und eben nicht als ein furchterregender Starker, der mit Gewalt vermeintlich Gutes bewirken will.

Als Kind in der Krippe ruft er unsere Sehnsucht wach. Nach Geborgenheit. Nach Frieden. Er lädt uns ein, dieser Sehnsucht nachzugeben. Und kleine Lichtspuren zu setzen: Im Umgang untereinander. Im Reden und Denken.

Die Hirten und die Weisen damals sind nicht im Stall geblieben, genauso wenig wie Maria und Josef und das Kind. Es war eine kurze Zeit des Stillhaltens, der Anbetung, des Glücks – dann ging es weiter – zurück in den Alltag. Verändert waren die Menschen durch die Begegnung mit dem Kind. Sie waren angerührt im Innersten – sie gingen hoffnungsvoller als sie gekommen waren – friedevoller. Es wäre schön, wenn das auch heute Abend vielen so erginge:

Gestärkt zurück in den Alltag mit neuem Mut zum Leben.

Die Hirten brachen von der Krippe auf und gaben die Hoffnung weiter, die Weisen verließen ihren gewohnten Weg.

Deshalb: Gehen Sie nun hin und bringen die Freude in Ihre Familien und Häuser, gehen Sie und bringen Sie die Weihnachtsbotschaft in Ihren Alltag.

Und sagen Sie es weiter: Dass Gott Frieden will für diese Erde und Gerechtigkeit für alle Menschen. Gottes Kraft wohnt in Ihnen. Trauen Sie ihr. Trauen Sie sich  selbst.

Das ist die Botschaft von Weihnachten: Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind:

Fürchtet euch nicht, euch ist heute der Heiland geboren – Friede auf Erden für alle Menschen.

Schön, dass es Weihnachten gibt – alle Jahre wieder – ob mit oder ohne Lametta.

Amen.

 

Sagt es leise weiter;

sagt allen, die sich fürchten,

sagt leise zu ihnen:

Fürchtet euch nicht, habt keine Angst mehr,

Gott ist da.

Er kam in unsere Welt,

einfach, arm, menschlich.

Sucht ihn,

macht euch auf den Weg.

Sucht ihn nicht hinter den Sternen,

nicht in Palästen, nicht hinter Schaufenstern.

Sucht ihn dort, wo ihr arm seid,

wo ihr traurig seid und Angst habt.

Da hat er sich verborgen,

da werdet ihr ihn finden,

wie einen Lichtschein im dunklen Gestrüpp,

wie eine tröstende Hand,

wie eine Stimme, die leise sagt:

Fürchte dich nicht.

 

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GottesdienstE zum Ewigkeitssonntag 2025

16. November um 9.30 Uhr in Hausneindorf

22. November um 17 Uhr in Heteborn

23. November um 10 Uhr in Halberstadt Liebfrauen und um 14 Uhr in Kroppenstedt

Wochenpsalm 126

P R E D I G T

Neue Möglichkeiten zu leben kommen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, der für uns maßgeblich ist. Amen.

Liebe Gemeinde,

nicht nur weil es November ist und die Tage immer kürzer werden, ist der heutige Samstag/Sonntag ein eher düsterer Tag. Erinnerungen an das Ende des Lebens, an die eigene Begrenztheit, sind nicht leicht und hell, sondern dunkel und schwer.

Mir steht eine kurze Filmszene vor Augen:

Zwei Töchter stehen am Grab ihrer Mutter: „Hier unten ist Mama“, sagt die Große zu der Jüngeren. „Dann hast du mich belogen, als du gesagt hast, sie ist im Himmel.“ Die Größere fragt: „Träumst du manchmal?“   „Ja.“     „Siehst du, dann bist du auch in deinem Bett und gleichzeitig ganz woanders.“

In diesem kurzen Gespräch am Grabe wird deutlich: Wir können nicht allein von dem leben, was vor Augen steht. Wir brauchen den Blick darüber hinaus, wir brauchen Träume, Hoffnungsbilder, Visionen. Ohne sie können Menschen nicht gut leben. Menschen brauchen Bilder, durch die sich der Himmel öffnet - wir brauchen sie gerade angesichts von Tod, Trauer und Leid.

Ähnlich wie das Volk Israel vor Jahrtausenden in der Verbannung. Sie lebten im Leid und in der Fremde. Und sie haben davon geträumt wie es sein wird, wenn sie frei sind - im Psalm 126 haben wir das gebetet.

Eines dieser alten Hoffnungsbilder geht mir besonders nach: Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.

Ich muss an die Tränen denken, die im vergangenen Jahr geweint wurden und an die, die unterdrückt worden sind. Ich denke an die vielen Tränen, die auch in unseren Gemeinden geweint wurden - beim Abschied von Menschen, deren Tod uns einsamer macht und ärmer: der Tod des Ehepartners, mit dem man viel gemeinsam erlebt und durchlebt hat; der Tod der Mutter oder des Vaters oder des eigenen Kinds. Der Tod eines Freundes oder einer Freundin, eines Menschen, mit dem man gern noch viel erlebt hätte.

Und ich denke an die vielen anderen Tränen, die es gegeben hat: Aus Verzweiflung oder aus Wut; aus Enttäuschung oder weil Beziehungen zerbrochen sind.

Die alten Worte des Psalms sagen: Die Tränen sind nicht vergeblich. Die mit Tränen säen werden mit Freuden ernten.  Hier heißt es nicht: Sei standhaft und stark, nimm dich zusammen - und es heißt auch nicht: Die Zeit heilt alle Wunden. Hier sind nicht die schnellen Worte, mit denen so oft über Trauer und Schmerz hinweg gegangen wird, es wird deutlich: Tränen gehören dazu, Gott kennt unseren Schmerz und unsere Trauer.

Die Tränen sind nicht das Letzte. Durch sie kann sich der Horizont öffnen. Wer weinen kann, kann auch hoffen. Tränen sind die Saat der Hoffnung. So entsteht in dem Psalm ein Bild der Hoffnung; es klingt wie bei einem Erntefest: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“ Ein Bild voller Freude und Lebensfülle. Ein Hoffnungsbild gegen das Leid. Wie ein Traum.

Wir können es uns vorstellen. Viele kleine Körner werden in die kalte und dunkle Erde gelegt – wie beerdigt. Kein Bauer weint beim Säen – das ist eine zuversichtliche Arbeit – da wird an das Morgen gedacht, gehofft, dass die Ernte eines Tages aufgeht.

Friedhof – das ist ein Feld, das zu uns Menschen gehört. Gottesacker haben ihn unsere Vorfahren genannt und legten einen Menschen in die Erde – wie ein Korn.

Uns ist dabei zum Weinen. Trauer nimmt uns gefangen, Gedanken, Fragen und Anklagen arbeiten in uns.

Gläubige Juden nennen ihren Friedhof „Guter Ort“ – Guter Ort – es ist gut, dass es Friedhöfe gibt – Orte des Abschieds – Orte der Trauer.

Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, kommt dieses Bild wieder: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“

Bilder vom Leben - Bilder wie ein Traum - Bilder, die der Wirklichkeit nicht standhalten?

Es ist nicht nur ein Traum. Die Träume sind längst wahr geworden, die alten Hoffnungsbilder Wirklichkeit: Dafür steht Jesus ein - mit seinem Leben, seinem Tod und seiner Auferstehung. Mit ihm beginnt der neue Tag, das neue Leben mit Freude und Heil.

In dem Gespräch der zwei Töchter heißt es: „Wenn du träumst, dann bist du auch in deinem Bett und gleichzeitig ganz woanders. „

Wir leben ganz und gar in dieser Welt mit ihren Nöten und gleichzeitig können wir von der Hoffnung leben - durch Jesus Christus.                          Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, als alle Skepsis und Vorsicht, bewahre unsere Herzen und Gedanken, unseren Mut und unsere Phantasie in Jesus Christus, unserem Herrn.

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Reformationstag 2025

17 Uhr        Herz-Jesu-Kirche Thale

Wir feiern nicht die Reformation – wir gedenken ihrer.

Wir sind Glaubensverwandte auf verschiedenen Wegen,

aber mit gleichem Ursprung und Ziel.

Neue Möglichkeiten zu leben kommen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, der für uns maßgeblich ist.                        Amen.

Liebe Gemeinde,

wie oft sind Sie heute begrüßt worden mit „Fröhliches Reformationsfest!“? Und wie oft mit „Happy Halloween!“?

Es ist klar, die Kürbisse und entsprechende Rituale haben klar gewonnen. Wen interessiert schon noch, was 1517 die Menschheit bewegte. „Süßes oder Saures“ ist deutlich bekannter und auch ich habe von vielen engagierten Christenmenschen entsprechende Grüße bekommen und viele Fotos von fröhlich lachenden verkleideten Kindern.

Das will ich auch gar nicht mies machen und niemandem die Freude verleiden. Ein paar Fragen bleiben mir allerdings.

Von meinem Pfarrer habe ich als Jugendliche gehört: „Wo der Glaube aufhört, fängt der Aberglaube an.“ Das scheint sich zu bewahrheiten, wenn überall im Lande Menschen am 31. Oktober unterwegs sind, um mit Kürbismasken böse Geister zu vertreiben – immerhin fiel in Zeitungen und Fernsehsendungen immer auch der Begriff Reformation.

Wobei das Vertreiben böser Geister ja gar nicht im Zentrum des Geschehens steht.

Das erlebe ich auch in anderen Bereichen. Zum Beispiel die Knallerei an Silvester, die ja auch nicht der Vertreibung des Bösen dient, sondern einfach Freude ist an bunten Lichtern und lautem Krach.

Es ist oft so, dass Formen ohne die Inhalte übernommen werden: Bei Trauungen kamen die Paare früher Arm in Arm oder Hand in Hand in die Kirche, oft feierlich begleitet vom Hochzeitsmarsch aus Lohengrin. Der Marsch ist geblieben, doch immer öfter ist es der Vater der Braut, der seine Tochter in die Kirche und zu ihrem „Zukünftigen“ begleitet und sie ihm quasi übergibt.

Wobei das längst der „Gegenwärtige“ ist, die beiden schon lange ein Paar sind und gemeinsame Kinder haben.

Zurück zum Reformationstag. In vielen Gemeinden unserer Region wird der Reformationstag ökumenisch begangen – in Thale seit 25 Jahren. Da wird in der Regel eine musikalische Vesper gestaltet mit Bläsern wie heute. Danach gibt es ein gemeinsames Abendessen. Ein gemeinsames Abendmahl gibt es leider immer noch nicht, aber zusammen essen und miteinander Gespräch kommen geht richtig gut.

Eigentlich ist Reformation ja ein klar evangelisches Fest, doch inzwischen wissen wir, dass wir als Getaufte wie Geschwister miteinander verbunden sind. Wir bilden als Volk Gottes die EINE Kirche – und es ist unsere Aufgabe, diese Einheit sichtbar werden zu lassen. Man kennt sich, da gibt es in unseren Breiten keine Berührungsängste.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass katholische und evangelische Christen sich gar nicht fühlen wie in getrennten Kirchen, sondern eher wie in verschiedenen Gemeinden.

Wir haben einen Gott und Herrn – wir haben die gute Nachricht von Jesus Christus.

In der Bibel gibt einen kurzen Satz, der über 100-mal auftaucht: „Fürchte dich nicht!“

Am bekanntesten ist er vom Verkündigungsengel in der Weihnachtsgeschichte, aber schon im Alten Testament ist er immer wieder zu lesen: „Fürchte dich nicht“.

Das kann nur damit zu tun haben, dass es für die Menschen aller Zeiten immer viele Gründe gab, sich zu fürchten – und das ist bis heute so geblieben.

Furcht sicher nicht vor den mehr oder weniger grimmigen Kürbismasken, die in diesen Tagen  die Gärten und unser Land bevölkern.

Angst macht anderes: Angst vor Krankheit, Angst vor Armut, Angst vor Einsamkeit, Angst vor Enttäuschungen – Angst vor Naturkatastrophen - Angst vor der politischen Lage in der Welt – vor unberechenbaren Politikern – vor hasserfüllten Menschen - es gibt viele Gründe, sich zu fürchten.

Angst vor der Zukunft – auch vor der Zukunft der Kirchen. Hilft es, wenn jemand sagt: „Fürchte dich nicht!“?

Das kommt für mich auf die Situation an und vor allem darauf, WER das sagt.

Im 5. Buch Mose heißt es:

Der HERR aber, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht!

Ich finde, ein sehr schöner und ermutigender Spruch. Damals erst zu Mose gesagt und Mose hat ihn weiter gegeben an seinen Nachfolger Josua.

Heute hören wir ihn – in einer Zeit, in der die Kirchen nicht sonderlich angesehen sind – in der es entmutigende Nachrichten gibt – in der die Zukunft ungewiss scheint - in der es selten geworden ist, dass Menschen sich langfristig engagieren.

Aber es gibt sie – Menschen, die sich einsetzen, die sich nicht entmutigen lassen, die ihre Zeit und ihre Ideen zur Verfügung stellen – in Kirchengemeinden, Kommunen und Vereinen.

Menschen, die nicht fragen „Was habe ich davon?“, sondern „Wo werde ich gebraucht, was ist zu tun und was kann ICH tun“ – und die sich nicht entmutigen lassen.

Weder von Statistiken, noch von denen, die immer nur fordern – auch nicht von Auseinandersetzungen, die nicht ausbleiben, wenn Menschen sich einsetzen und dabei unterschiedliche Vorstellungen haben, was jetzt zu tun ist und wie es weitergehen kann.

Nicht immer läuft alles so, wie wir es uns wünschen und vorstellen – immer wieder gibt es Konflikte und Stolpersteine – immer wieder begeben wir uns auf Irrwege – immer wieder schließen sich Türen, wo wir auf Hoffnung gesetzt haben –

und immer wieder geschieht es, dass sich Wege zeigen,  wo wir sie nicht erwartet haben und es geht weiter – vielleicht anders als gedacht, aber eben doch weiter.

Daraus habe ich gelernt: Was immer auch ängstigt, der alte Spruch gilt:

Der HERR aber, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht!

Dazu gehört: So, wie Mose Gottes Wort weiter gegeben hat, ist es unsere Aufgabe, uns gegenseitig zu ermutigen auf unseren unterschiedlichen Wegen mit dem gemeinsamen Ziel: Als Gottes Volk unterwegs in unserer – in Gottes Welt.

Unterwegs zu mehr Gemeinsamkeit, unterwegs zu mehr Gerechtigkeit, unterwegs zu mehr Menschlichkeit – begleitet von der Zusage Gottes, uns nicht allein zu lassen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, als alle Skepsis und Vorsicht, bewahre unsere Herzen und Gedanken, unseren Mut und unsere Phantasie in Jesus Christus, unserem Herrn.                                     Amen.

 

 

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(Jeremia 17; 14)

 

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I

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Eröffnungsandacht

 Evangelisches Gemeindezentrum Thale 

22. Februar 2020 um 10 Uhr

Dialog Einweihung Gemeindeanbau St. Petri Thale

Ursula Meckel & Thomas Thiede

Ursula: Verehrte Anwesende, liebe Festgemeinde,

als ich ca. 2015 davon erfuhr, dass ein Anbau an der St.Petri-Kirche geplant ist, schossen mir sofort drei Gedanken durch den Kopf:

-          1. Das ist niemals genehmigungsfähig - denn da gibt es die obere, untere und mittlere Denkmalsschutzbehörde – und vermutlich noch diverse andere Instanzen und Behörden, die mitzureden haben.

-          2. Das ist nie und nimmer finanzierbar – ich habe zwar keine Ahnung von den wirklichen Kosten, aber ich bin sicher: Ganz bestimmt nicht von den beiden kleinen Kirchengemeinden hier in Thale.

-          3. Es kann mir eigentlich auch egal sein, weil ich das ganz sicher ohnehin nicht erleben werde.

Nun ja – so kann man sich irren.

Der Bau wurde genehmigt, die Finanzierbarkeit wurde geklärt – es fehlt zwar noch einiges für die Innenausstattung – und ich lebe noch.

Nun ist eine weitere und viel wichtigere Frage offen: Wird der Anbau angenommen von den Menschen, für die er konzipiert ist –

also: Werden sich hier Menschen treffen und miteinander ins Gespräch kommen, diskutieren, kreativ sein, singen, blasen, tanzen, filzen, malen – ein wirkliches Kultur- und Begegnungszentrum?

Das wird die kommende Zeit bringen und ich kann es nur hoffen und wünschen, damit das Engagement, auch das finanzielle, nicht vergeblich war.

Allerdings: Ich höre auch viel Skepsis und Kritik – „Was habt ihr denn da mit unserer schönen Kirche gemacht?“ – „Das passt doch überhaupt nicht dahin!“ – usw. usf.

Thomas: (vom Bläserplatz aus) Aber das ist doch klar. Immer, wenn etwas Neues entsteht sind sofort diejenigen auf der Matte, denen das nicht gefällt. (kommt nach vorne)

Dabei haben wir als Gemeindekirchenrat es uns nicht leicht gemacht. Als 2014 klar war, dass wir unser Gemeindehaus auf der anderen Straßenseite nicht erhalten und auch nicht behalten können, waren wir nicht nur traurig, sondern auch geschockt und ziemlich verzweifelt.

Na klar, hätten wir uns einfach hinsetzen und weinen und uns bedauern können, aber wir wollten nach vorn sehen und überlegen, wie es weitergehen kann. Es gibt so ein schönes Bibelwort: „Wer seine Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes.“

Ursula: Also, ihr wollt hier das Reich Gottes aufbauen?

Thomas: Naja, nicht ganz so vollmundig. Wir möchten, dass sich hier Menschen treffen und begegnen können, etwas miteinander erleben und gestalten. Und nicht nur evangelische Christen, sondern alle Menschen, denen Kultur wichtig ist – deshalb heißt es ja „Kultur-und Begegnungszentrum“. Und dass Kultur wichtig ist, wird ja wohl niemand ernsthaft bezweifeln. Schau dir doch nur an, was gerade in der Politik so läuft – wie respektlos da miteinander umgegangen wird – wie oft Andersdenkende übereinander reden, aber nicht miteinander – sich gegenseitig austricksen - einander verteufeln anstatt sich zuzuhören.

Ursula: Das ist leider wahr. Aber wie wollt ihr das mit diesem Anbau ändern? Soll hier ein Diskutierclub entstehen, wo Menschen unter Anleitung lernen, wie man kulturvoll miteinander umgeht.

Thomas: Natürlich nicht. Oder vielleicht auch? Mal sehen. Auf jeden Fall wollen wir die Möglichkeit geben, dass Menschen etwas gemeinsam erleben – schon das verbindet ja und baut Berührungsängste ab. Beim gemeinsamen Tun kommt man sich näher – oder auch, wenn man sich miteinander erfreut, zum Beispiel an schöner Musik oder gemeinsam einen Film ansieht und sich darüber austauscht, Theater spielen oder anschauen, Lesungen und unterschiedliche Workshops.

Es gab schon mal ein Format, das „Kreuz und quer“ hieß, eine Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Angeboten – das möchten wir wieder beleben. Die ersten Termine sind schon geplant.

Ein großer Vorteil des Anbaus ist, dass er barrierefrei gestaltet wurde, also auch für Menschen mit Handicap zugänglich ist, niemand ausgegrenzt wird.

Wir – nicht nur diejenigen vom Gemeindekirchenrat - sind jedenfalls gespannt und neugierig, wie es hier weitergeht – bzw. erst richtig los geht.

Ursula: Mir fällt auch noch ein Bibelwort ein:

„Denn siehe, ich will ein Neues machen; jetzt soll es aufwachsen - erkennt ihr es nicht?“

Da lädt der alte Prophet Jesaja dazu ein, genau hinzusehen wo etwas Neues wächst, darüber zu staunen und es zu pflegen.

Thomas: Genau das haben wir vor – hinsehen, staunen, pflegen – Menschen aktivieren und einladen, nicht nur Thalenser, sondern auch die vielen Touristen, die in unsere Stadt kommen.

Ursula: Übrigens – weißt du, was das hier ist? (Raupe zeigen)

Thomas: Nicht wirklich, sieht aus wie ne olle Raupe.

Ursula: Genau – das Wertvolle und Schöne daran ist zunächst nicht zu sehen – weil es noch inwendig ist:

(Raupe entfalten zum Schmetterling)

Thomas: Wow! So oder jedenfalls so ähnlich stelle ich mir die Zukunft von unserem Kultur- und Begegnungszentrum vor.

Beide:             Amen.

Lied:   Komm, bau ein Haus …      Blatt                                                 Chor, Bläser

 

Wir bitten um Gottes Segen:

Ursula Meckel: Herr, segne unsere Hände, dass sie behutsam seien,

dass sie halten können, ohne zu Fesseln zu werden,

dass sie geben können ohne Berechnung,

dass ihnen innewohnt die Kraft, zu trösten und zu segnen.

 

Thomas Thiede: Herr, segne unsere Augen, dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,

dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,

dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,

dass andere sich wohlfühlen können unter unseren Blicken.

 

Steffi Andrä: Herr, segne unsere Ohren, dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen.

dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not, dass sie verschlossen seien für Lärm und Geschwätz, dass sie das Unbequeme nicht überhören.

 

Kristin Heyser: Herr, segne unsere Münder, dass sie dich bezeugen,

dass nichts von ihnen ausgehe, was verletzt und zerstört,

dass sie heilende Worte sprechen, dass sie Anvertrautes bewahren.

 

Stefan Ehrhardt: Herr, segne unsere Herzen, dass sie Wohnstatt seien deinem Geist,

dass sie Wärme schenken und bergen können,

dass sie reich seien an Verzeihung, dass sie Leid und Freude teilen können.

 

Ursula Meckel: Herr, segne dieses Haus, dass es offen sei für alle Menschen guten Willens,

dass wir einander zuhören und unterschiedliche Meinungen ertragen,

dass wir voneinander lernen und miteinander feiern können,

dass wir spüren können, wie Himmel und Erde sich berühren.

Amen

 

Musik: „Trumpet Tune“ Bläserklänge S. 292                                                               Bläser

 

 

 

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14. Mai 2017 - 40 Jahre Ordination - Thale St. Andreas

   

                                      

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Gottesdienst 31. Oktober 2014

Wendegedenken – Reformation – Verabschiedung Pastorin Ursula Meckel

Liebe Versammelte,

heute vor 25 Jahren um diese Zeit war ich sehr viel aufgeregter als heute – in zweieinhalb Stunden würde hier in dieser Kirche eine Veranstaltung beginnen, von der niemand sagen konnte, wie sie ausgehen würde – wie viele kommen würden – ob es friedlich bliebe. Einige entschlossene Bürger/innen hatten eingeladen zu einem „Gebet für Land und Leute“ - … ein heute völlig harmloser Text, damals  staatsgefährdend gefährlich – die Handzettel wurden schnell entfernt, doch es hatte sich herumgesprochen.

Etliche sind jetzt hier, die damals auch dabei waren – um viele Erfahrungen reicher.

An diesen Reformationstag vor 25 Jahren erinnern wir.

Reformationstag – ein evangelischer Feiertag, den wir hier in Thale seit vielen Jahren ökumenisch begehen – so auch heute – ein zweiter Grund zur Dankbarkeit, weil das keineswegs überall selbstverständlich möglich ist.

Der dritte Anlass dieses Gottesdienstes: Nach 40 Jahren im kirchlichen Dienst werde ich verabschiedet - von den Kirchengemeinden und vom Kirchenkreis – entpflichtet vom Amt? – von der Pflicht zur Kür? – beziehungsweise verabschiede ich mich? - oder auch nicht?

Schaun wir mal.

Auf jeden Fall feiern wir jetzt einen Gottesdienst mit ganz viel Musik und dafür bin ich dankbar; dankbar allen, die ihn mit ausgestalten – und dazu gehören auch Sie alle hier, die zum Mitsingen eingeladen sind.

Dankbar bin ich vor allem dafür, dass wir uns versammelt haben im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Hilfe erwarten wir von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Chor + Gemeinde: Wo Menschen sich vergessen …

Gott, wir treten jetzt vor Dich mit unseren Erinnerungen, unseren Wünschen, unseren Befürchtungen und unseren Hoffnungen. Wir schauen zurück und nehmen Abschied – wir blicken nach vorn und haben Träume.

Ich möchte bewahren, was gut war in den vergangenen Jahrzehnten. Denn vieles war wunderschön, erfrischend, aufregend, überraschend neu – dafür danke ich, das will ich nicht missen.

Loslassen und bewahren - beides. Gott, gib mir den Mut, die Hände zu öffnen, um Altbekanntes loszulassen. Gib mir den Mut, die Hände zu öffnen und die Arme auszubreiten, um Neues, Unbekanntes zu begrüßen.

Gott, ich danke Dir, dass ich getragen bin von der Hoffnung, gehalten zu werden -  beflügelt von dem Glauben, dass Du Dich kümmerst - auch um mich. Begeistert von dem Glauben, dass Du da bist.

Du hältst die Zeit liebevoll in Deinen Händen. Du bist ewig. Gestern und heute und morgen. Kein Anfang, kein Ende. Die Zeiten kommen und gehen - Du bleibst und rufst zum Leben im Vertrauen auf Dich und Deine beständige Gegenwart. Du bist auch jetzt mitten unter uns. Das ist Grund, sich zu freuen – deshalb:

Jauchzet dem Herrn alle Welt!

Amen.

Chor + Bläser:     Psalm 100

Lesung = Prediger 3; 1 - 13                                   

Meine Hoffnung …

                Credo                                                        

Bläser:                 La nuit

PREDIGT-Einstieg

U.:     Sag mal bitte,  Angelika, findest Du nicht auch, dass das heute hier eine etwas seltsame Veranstaltung ist?

A.:     Wieso seltsam? Es ist ein schöner Gottesdienst in einer vollen Kirche mit aufmerksamen Menschen, viel Musik und guter Stimmung. Und weil aller guten Dinge drei sind, gibt es drei inhaltliche Schwerpunkte: Wende-Gedenken, Reformation und Deine Verabschiedung.

U.:     Wende-Gedenken und Reformation sind klar – aber meine Verabschiedung? Mein Dienst hier im Pfarrbereich endete schon vor sieben Monaten. Ich wohne weiter in der Gemeinde und gehöre zum Bläserchor und in der Stadt bleibe ich ebenfalls, sogar im Stadtrat. Und: Im Kirchenkreis und selbst darüber hinaus geht meine Arbeit weiter. Also was für ein Abschied?

A.: Kann es sein, dass Du Dich um einen Abschied drücken willst?

U.: mhm … Also, mein ältester Patensohn hat mir geschrieben: „Ruhestand KANNST Du gar nicht.“

A.: Weiche nicht aus! Kann es sein, dass Du Dich drücken willst vor dem Abschied? Weil das weh tut?

U.: mhm …

A.: Bisher hast Du das ja ganz geschickt geschafft – denn Dein Dienst im Pfarrbereich Thale endete ja bereits am 31. März – wie Du weißt…

U.: Und Du weißt: Jeder Abschied ist ein kleines Sterben.

A.: Gehts auch etwas weniger theatralisch? - Du weißt: Alles hat seine Zeit … steht doch so schön auf der Einladung: …

U.: Das ist wohl der Unterschied zwischen Theorie und Praxis - oder wie wir hier im Osten gesagt haben: Zwischen Marx und Murks. Ich weiß, dass ich mich dem stellen muss. Nur: Zum April hast Du hier eine neue Pastorin eingesegnet. Willst Du mich jetzt aussegnen? Das klingt so nach Beerdigung.

A.: Natürlich nicht! Aber z. B. entpflichten – Du MUSST jetzt nichts mehr tun, aber Du darfst noch – und Pastorin bleibst Du ohnehin (so lange Du es möchtest).

U.: mhm …

A.: Nun schwirre schon ab auf die Kanzel – oder hast Du nichts mehr zu sagen?

U.:   Na gut. J  Aber ich bleibe lieber hier unten – ich möchte ja nicht „von oben herab“ reden …

Neue Möglichkeiten zu leben und Frieden kommen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, der für uns maßgeblich ist.                 Amen.

Liebe Anwesende,

gestern wurde ich am Telefon gefragt: „Freust Du Dich eigentlich auf den Gottesdienst morgen?“ und ich konnte ehrlichen Herzens sagen: „Inzwischen Ja! Ja, ich freue mich.“

Im April, als das eigentlich aktuell war, hätte ich das noch nicht gekonnt, denn es ist ja etwas dran, dass ich mich eigentlich irgendwie um diesen Abschied drücken wollte, weil eben jeder Abschied ein kleines Sterben ist und weh tut.

Heute ist das anders, weil nicht nur ein Lebensabschnitt zu Ende ging, sondern weil Neues, und für mich sehr Erfreuliches angefangen hat – und weil Wichtiges geblieben ist.

Loslassen und bewahren zugleich, Ende und Anfang.

Allerdings: Irgendwie lastet jetzt auf mir der Druck, ich müsse nun etwas ganz Bedeutsames und Kluges sagen – etwas zum Merken und Aufmerken – zum Abschied, der ja gar kein wirklicher Abschied ist. Denn es sind eben keine „letzten Worte“.      

Klar ist, ich bin nicht mehr die Pastorin von Thale, Warnstedt, Bad Suderode und Friedrichsbrunn – den Staffelstab im Pfarrbereich habe ich am Ostermontag weiter gegeben - aber ich bin und bleibe Pastorin und das gerne und bin dankbar für neue Herausforderungen und Aufgaben im Kirchenkreis und darüber hinaus – solange ich das kann und darf.

Normalerweise sitze ich unter den Bläser/innen – und das ist mir wichtig: Mitzublasen und vor allem Dazuzugehören. Ich möchte Teil einer Gemeinschaft sein, keine Einzelkämpferin. Aber heute gönne ich mir mal das Zuhören - dürfen.

Wendegedenken – Erinnerung an den Reformations-Abend vor 25 Jahren – damals wurden „Zeugnisse der Betroffenheit“ laut.

Ursprünglich wollte ich jetzt sagen, was mich heute betroffen macht. Dann ist mir noch rechtzeitig eingefallen, dass in unserem Land viel gejammert wird – und das meist auf sehr hohem Niveau. Das möchte ich nicht und habe auch keinen Grund dazu, vielmehr möchte ich am Ende einer langen Zeit im kirchlichen Dienst sagen, was mich dankbar macht.

Ich werde drei Kerzen der Dankbarkeit entzünden.

1. Die erste für das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen, ohne das sehr vieles nicht möglich wäre - in den Kirchengemeinden – in den Kommunen – in Verbänden und Vereinen … über Parteigrenzen hinweg. Menschen, die nicht sagen „Was kriege ich dafür?“ und vor allem nicht: „Da kann man doch nichts machen“, sondern die sagen: „Da kann ICH was machen“ und das auch tun – zusammen mit anderen. Die nicht nur meckern und alles von anderen erwarten.

Dass viele den Mut haben, sich einzusetzen und kostenlos Zeit und Kraft opfern, auch wenn andere darüber den Kopf schütteln oder sich lustig machen, das finde ich einfach toll!

Mein Freund Erich Schweidler – er war Pfarrer an der St.Petri-Gemeinde und erster Nachwendebürgermeister in Thale – hat mir 1976 ins Gästebuch geschrieben: „Wer den Mut hat, sich unbeliebt zu machen, wer unbequem ist,  bringt die Entwicklung weiter. Mitmacher sind zwar bequem, aber langweilig.“

Sich anstößig zu verhalten bringt Anstöße – bringt in Bewegung – bringt weiter – macht die Welt etwas heller und wärmer, so wie diese Kerze.

2. Die zweite Kerze der Dankbarkeit entzünde ich für meine guten Erfahrungen mit der Ökumene – nicht nur aber auch hier in Thale.  Wir haben in den vergangenen Jahren vieles ganz unkompliziert gemeinsam gemacht, manchmal im Kleinen, dann auch im Größeren. Ich erinnere an den Ökumenischen Kreiskirchentag 2008, an die vielen Mitwirkenden beim Harzfest und 2009 beim Sachsen-Anhalt-Tag hier in Thale, bei den vielen Harzer Sommertagen, die wir ökumenisch gestaltet haben.

Viel Gemeinschaft und Gemeinsamkeiten konnte ich erleben bei den großen Ökumenischen Kirchentagen in Berlin und München, bei Katholikentagen und den großen evangelischen Kirchentagen und bei den Reformationstagen, die wir hier in Thale seit langem zusammen begehen – mit gemeinsamen fröhlichen Mahlzeiten.

Noch trennt uns evangelische und katholische Christen manches voneinander, doch es gibt viele Schritte aufeinander zu.  

Im September habe ich in Halberstadt an einer Ökumenischen Vesper teilgenommen aus Anlass des kirchlichen Festes für den Frieden und die Einheit der Kirche. Ein katholischer Geistlicher führte dazu aus:

Wichtig bleibt, dass der Glaube und das Mahl anderer Konfessionen nicht richtig oder falsch, sondern ehrlich, aber eben anders sind. Diese Erkenntnis ist eine tragfähige Grundlage für Gespräche, die keinen Einheitsbrei als Ergebnis wollen. Selbst wenn es immer noch nicht nach einer zeitnahen Lösung aussieht: "Der Mauerfall vor 25 Jahren kam auch unerwartet!"

Beifall bekam er für seinen Satz: „Freiheit muss ich mir NEHMEN.“  Die bekommen wir nicht auf einem Silbertablett serviert. Wenn das nicht hoffen lässt!

Dafür die zweite Kerze, bei der ich auch an den Satz denke, der mir schon in der DDR-Zeit wichtig geworden ist: „Es ist besser eine Kerze anzuzünden als über die Dunkelheit zu jammern.“

3. Die dritte Kerze ist deutlich größer als die beiden anderen und das ist natürlich kein Zufall. Ich bin in einem nichtkirchlichen Elternhaus aufgewachsen und habe als Jugendliche ersten Kontakt zu Kirche und Glauben gefunden. Dankbar bin ich für die Kraft des Glaubens – für die Einladung zur Freiheit und zum aufrechten Gang.

Ein Spruch von Theodor Storm, den ich von meinem Konfirmator gelernt habe, hat mich geprägt: „Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht? Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht.“

Ich wollte FREI sein und habe im Glauben Freiheit gefunden und die Erkenntnis gewonnen: Gottesfurcht schützt gegen Menschenfurcht. Ich denke an Paulus in der Gefängniszelle: Er war gefesselt und predigte dennoch FREI das Evangelium. – Ich lebte in einem Staat, der seine Bürger/innen einsperren musste, damit sie blieben …

Diesen Zustand konnten wir beenden – friedlich – ohne Gewalt – mit vielen kleinen Kerzen, auch hier bei uns in Thale.

Dafür diese dritte große Kerze. Danke für alles!

Heute meine Verabschiedung aus dem offiziellen Dienst. Aber ich bin und ich bleibe Pastorin. Als Christin lebe ich in dem Wissen, ein Geschöpf zu sein – verantwortlich für mein Leben, für alles Tun und für alles Lassen – und angewiesen auf Gemeinschaft.  

Gott gibt dem Menschen viele Möglichkeiten und setzt ihm hilfreiche Grenzen. Wer sich vor Gott verantwortlich weiß, geht verantwortlich mit der Schöpfung, mit den Mitmenschen, mit sich selbst um.  

Jesus ist uns ein Vorbild: Er war unbequem und anstößig – hatte keine Angst vor den Mächtigen und Geduld mit den Unvollkommenen. Er blieb ehrlich und riskierte es, sich unbeliebt zu machen. Mit seinen Maßstäben lässt es sich leben: „Gott ist der Mensch, der uns menschlicher macht.“

Zum Schluss ein Satz vom „Ehrenbürger der Herzen“ unserer Stadt, dem katholischen Pfarrer Wolfgang Janotta, den ich beim Abschied von den Gemeindekirchenräten im März zitiert habe:

„Ich habe getan, was ich konnte. Den Rest muss der liebe Gott erledigen.“

Wird er – er hat ja Sie und Euch! J

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, als alle Skepsis und Vorsicht, bewahre unsere Herzen und Gedanken, unseren Mut und unsere Phantasie in Jesus Christus, unserem Herrn.       Amen.

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Angelika Zädow:

Liebe Ursula, liebe Gemeinde,

nach 38 Jahren in Thale und 40 Jahren im kirchlichen Dienst wirst Du, liebe Ursula, heute aus diesem Dienst verabschiedet. Dass Du daran lange geknabbert hast, ist kein Geheimnis. Und ja, das ist sicher schwer, nach einer solchen Zeit alles „sein“ zu lassen, was vier Jahrzehnte tagtäglich das Leben und die Zeit prägte, den Tagesrhythmus vorgab, Herz und Verstand beschäftigte: Lektoren und Organistinnen für die Gottesdienste und Amtshandlungen zu finden, die Gemeindebriefe zu gestalten und den Beiträgen „hinterher“ zu laufen, Besuche zu machen, die Anfragen des Kreiskirchenamtes zu bedienen, Gruppen und Kreise zu organisieren und noch viel mehr. Das alles hört nun auf nach 40 Jahren.

Diese Zahl spielt übrigens in der Bibel immer wieder eine Rolle: 40 Tage und Nächte dauerte die Sintflut, 40 Jahre dauerte der Zug des Volkes Israel durch die Wüste, Mose weilt 40 Tage auf dem Berg Sinai, um die Gebote zu empfangen, der Prophet Elia geht 40 Tage und Nächte zum Berg Horeb und Jesus fastet 40 Tage in der Wüste.

So unterschiedlich diese Erzählungen sind -  zwei Dinge verbinden sie. Erstens: In dieser Zeit begegnen sie Gott. Und ich wünsche Dir und Ihnen, liebe Gemeinde, dass Sie im Nachdenken über die gemeinsame Zeit im Pfarrbereich Thale auch sagen können: Da gab es Momente und Augenblicke der Gemeinschaft, in denen wir uns des Glaubens sicher waren oder wurden.

Zweitens: Nach dieser Zeit veränderte sich das Leben der Menschen. Dieser Zeitpunkt ist nun für Dich, und Ihre Gemeinden gekommen. Sie alle haben eine neue Pastorin, die nun mit Ihnen Leben und Zeit im Pfarrbereich Thale gestaltet und auf dem Weg des Glaubens weiter geht, anknüpft an das was war und ganz andere Wege wagt.

Und du, liebe Ursula, wagst ja bereits andere Wege, hilfst Gemeinden im Kirchenkreis über die Zeit von Vakanzen hinweg. Hältst Gottesdienste und Amtshandlungen, organisierst und berätst. Der Rhythmus Deiner Zeit ist nun anders. Aber die Zeit an sich bleibt. Du hast nun die Freiheit, sie nach Deinen Wünschen nach Deiner Lust woanders zu gestalten und ohne Amtspflichten. Von Herzen wünsche ich Dir, dass Du diese Freiheit nutzen und Deine Zeit füllen kannst.

So Gott will, noch 40 Jahre, Amen.

 

Liebe Ursula,

vor Gott und dieser Gemeinde endet hiermit Dein Dienst im Pfarrbereich Thale, der Dir übertragen war. Alle Zuständigkeiten und Pflichten liegen nicht mehr in Deinen Händen. Was Dich in Deiner Arbeit beschwert hat, was unfertig blieb oder Sorgen macht, legen wir in die Hände Gottes, der allein aus allem ein Ganzes zu machen vermag. Nichts soll Dich beschweren, nichts soll Dich betrüben. Gott wird Dich tragen und begleiten auf Deinem weiteren Lebensweg.

 

Gebet:

Gott, Du Anfang und Ende der Zeit: Wir danken Dir für den Dienst von Pastorin Ursula Meckel, für die Zeit, die sie hier gewirkt hat. Und bitten Dich: Segne unsere Schwester im Glauben. Stärke sie mit Deinem Wort. Schenke ihr Mut und Zuversicht. Das bitten wir Dich durch Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist unserem Leben einen neuen Anfang schenkt. Amen.

Segen

Gott segne dir den Blick zurück und den Schritt nach vorn. Er schenke dir eine Melodie, die dich wie ein Lachen durch den Tag begleitet und Menschen, die ihre Arme um dich legen wie ein wärmender Mantel. So segne dich…