Für Interessenten eine bis vier  PREDIGT(en)                        

(Es ist nicht auszuschließen, dass ich auch mal den einen oder anderen Gedanken "übernommen" habe, ohne dies in jedem Fall ausdrücklich zu benennen.)  

Am 31. März 2014 endete mein Dienst im Pfarrsprengel Thale - 

seit dem 1. April 2014 bin ich Beauftragte für Springerdienste im Kirchenkreis Halberstadt.

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7. & 9. nach Trinitatis

26. Juli 2020 und 9. August 2020

9.30 Uhr Osterwieck & 10.45 Uhr Stötterlingen / 10 Uhr Stapelburg & 11 Uhr Darlingerode-Laurentius

Epistel =  Predigt -Text:   2. Kor. 13; 11 - 13

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

Amen.

Liebe Gemeinde,

die Worte, die Sie eben gehört haben, sind regelmäßigen Gottesdienstteilnehmern vertraut - fast immer werden sie am Anfang der Predigt gesprochen: “Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.”

Es hört sich an wie sehr fromme Worte, ein dreifacher guter Wunsch wird ausgesprochen: Gnade, Liebe und Gemeinschaft kommen darin vor. Das klingt nach friedlicher und freundlicher Atmosphäre.

Weniger bekannt ist vermutlich, dass dieser Dreisatz am Ende eines eher unfreundlichen Briefes steht, den der Apostel Paulus nach Korinth geschrieben hat. Zwischen ihm und der Gemeinde dort war es zu erheblichen Auseinandersetzungen gekommen. Was Paulus vorher schreibt sind leidenschaftliche Ausführungen zu den inneren Streitigkeiten und persönlichen Verunglimpfungen, denen er ausgesetzt war.  Die Briefe lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Dennoch am Ende die “frommen Wünsche”.

Was so harmonisch klingt, hat Paulus wahrscheinlich mit großen Ängsten  geschrieben, denn der Konflikt hatte ihn und die Gemeinde fast auseinander gebracht.

Von Christen wird oft erwartet, dass sie besonders friedfertig sind und versuchen, jeden Streit zu vermeiden. Der Satz des Paulus “Seid eines Sinnes; haltet Frieden” könnte so ausgelegt werden.

Streit zermürbt, er frisst Kräfte, er kann kaputt und krank machen. Verständlich ist der Wunsch, Konflikten auszuweichen - nicht über sie zu reden - so zu tun, als gäbe es sie nicht. Noch dazu in der Kirche - wenigstens dort soll es anders zugehen als sonst.

 

Dabei ist bekannt: Wo immer Menschen zusammenleben, gibt es Streit; unterschiedliche Einsichten und Ansichten und Verhaltensweisen, die andere verärgern oder kränken oder benachteiligen. Dann müsste nach Lösungen gesucht werden, mit denen alle leben können - und das ist schwer. Einfacher ist es zu sagen: der Starke setzt sich eben durch oder wie der böse Titel eines Liedes heißt: “Du musst ein Schwein sein in dieser Welt.” Wer dem zustimmt, hat resigniert.

Häufig ist die Klage zu hören, dass es keine Streitkultur mehr gibt.

Streitkultur - nur ein Modewort? Kultur hat etwas zu tun mit der Pflege und Gestaltung des menschlichen Miteinanders. Und weil Streit und Meinungsverschiedenheiten zum Menschsein gehören ist es notwendig, auch da eine gute Form des Umgangs zu finden.

Konflikte werden nicht dadurch gelöst, dass an den guten Willen appelliert wird oder der jeweils Schwächere nachgibt bzw. dazu gezwungen wird. Es bringt auch nichts, Differenzen zu unterdrücken, beiseite zu schieben. Probleme gehören offen auf den Tisch - nicht unter den Teppich gekehrt.

Ich finde, das ist ein sehr passendes Bild. Stellen Sie sich vor, wie es weiterginge mit all dem Müll und Unrat und Staub unter dem Teppich. Das Ganze würde sehr bald im wahrsten Sinne des Wortes “zum Himmel stinken”.

Wenn Streit und Ärger ständig verdrängt werden, kommt es zu einem Scheinfrieden, wo die Probleme weiter unter der Oberfläche schwelen und das Miteinander vergiften oder unmöglich machen.

Die Art und Weise wie Paulus mit der Problematik umgeht, empfinde ich es als ermutigend und einladend. Kirche und Gemeinde sind nicht eine Insel der Seligen und Friedfertigen - sie können Lernort sein für eine bessere, eine wirkliche Streitkultur.

Drei gute Wünsche, die zugleich Angebote und Auswege sind, setzt Paulus an den Schluss seines Briefes.

Als Erstes:

Die Gnade sei mit euch. Schade, dass das Wort Gnade heute ungebräuchlich geworden ist. Es klingt altmodisch oder wird verächtlich herabsetzend gemeint, wenn einer gnädig - also quasi von oben herab - behandelt wird. Der Umgangston und das Verhalten vieler sind zunehmend gnadenlos geworden - und das macht sich in unserer Gesellschaft erschreckend bemerkbar.

Gnade beinhaltet: Ich muss dem anderen nicht ein Leben lang Vorhaltungen machen und ihm oder ihr Verfehlungen auf immer und ewig nachtragen. Gnade weist auf Vergebung hin, die neue Wege und Horizonte eröffnet.

Die Liebe Gottes wünscht Paulus den Zerstrittenen als Zweites. Eine Liebe, die nichts verniedlicht oder verschweigt, eine Liebe, die ehrlich bleibt.

Der Geist der Liebe bringt Gegensätze ins Gespräch. Er schafft Einheit, ohne den jeweils anderen zu vereinnahmen. Die Liebe Gottes beinhaltet: Den Mitmenschen nicht zu verurteilen; wohl aber ihn ernst zu nehmen.

Deutliche Worte sind wichtig, auch wenn sie schmerzen können. Entscheidend sind Geist und Absicht, die dahinter stecken. Will ich den anderen vernichten, zerstören, kränken, diffamieren - oder will ich um ihn ringen, damit es weitergeht für alle Beteiligten?

Es macht immer wieder traurig, dass es gerade unter Menschen, die sich nahe stehen, soviel Streitereien und Zerwürfnisse gibt - da, wo sie besonders schmerzen. Dabei ist es nur verständlich: Wo die Nähe am größten ist, sind es auch die Reibungspunkte. Das zeigt sich in Familien und unter eigentlich Gleichgesinnten. Auszuhalten ist das nur in der Gewissheit: Die Liebe hält uns zusammen; im Geiste dieser Liebe können Menschen sich einander mit ihren guten und schlechten Eigenarten zumuten, sich gegenseitig tragen und ertragen.

Die dritte und letzte freundliche Zusage gilt dem Gemeinsamen:

Zu einer tragfähigen Gemeinschaft gehört die Auseinandersetzung - damit man sich nachher wieder zusammensetzen kann. Eine wirkliche Gemeinschaft zerbricht nicht an Unterschieden. Bei Paulus hat sich gezeigt: Der ausgetragene Konflikt hat die Beteiligten nicht auseinander, sondern zusammengebracht.

Mir gefällt gut und es gibt mir Hoffnung, dass es Menschen wie Paulus gab und gibt: Die kein Blatt vor den Mund nehmen - einen, der Köpfe zurecht rückt, ohne sie gleich abzureißen. Zuweilen wünsche ich sehnsüchtig solche Autorität wie die des Paulus - und dazu das Gegenüber, das sich Ermahnungen zu Herzen nimmt, ohne sich beleidigt abzuwenden.

Paulus hat schmerzlich erfahren müssen, wie wenig der Prophet im eigenen Lande gilt. Ihm war klar, dass es ihm nicht allein mit seiner apostolischen Autorität gelingen würde, das Zusammenbringen der zerstrittenen Gemeinde zu erreichen.

Darum haben seine letzten Worte ein so starkes Gewicht an Zuversicht und Hoffnung. Nicht Paulus konnte die Gemüter bewegen, sondern der Geist Gottes. In ihm kann sich jeder Mensch angenommen fühlen - mit seinen Stärken und seinen Schwächen. Wer weiß, dass er aus der Gnade lebt, wird nicht gnadenlos mit anderen umgehen.

Schlimm wird es, wenn nicht mehr miteinander, sondern nur noch übereinander geredet wird. Beängstigend ist nicht das Vorhandensein von Konflikten, sondern wenn Gemeinschaft aufgekündigt wird.

Paulus hat sich und den anderen kritische Worte nicht erspart. Er hat es offen und ehrlich getan und sich damit verletzlich gemacht. Bei allem hat er die Gewissheit, dass er und die Gemeinde Gleichgesinnte sind und bleiben. Die Einheit der Liebe besteht nicht erst dann, wenn sich alle geeinigt haben, sondern schon vorher.

Gnade, Liebe und Gemeinschaft - ich glaube, dass diese drei guten Wünsche helfen können, den Alltag miteinander lebenswerter zu gestalten. Es geht nicht darum, unangenehme Wirklichkeiten nicht wahrzunehmen und einen Scheinfrieden vorzutäuschen. Es ist lohnend, im Geiste der Gnade und der Liebe nach gangbaren Wegen zu suchen.

Das gilt im persönlichen Miteinander ebenso wie im Umgang innerhalb der Gesellschaft.

Kritikwürdige Wahrheiten offen zu legen bleibt belastend. Sie zu verschweigen ist auf Zukunft hin allerdings gefährlicher. Zum Beispiel bin ich dankbar dafür, wenn die Kirchen sich im politisch-gesellschaftlichen Bereich zu Wort melden und gerechtere Lebensverhältnisse einklagen. Das bringt nicht nur Freunde ein - es bleibt notwendig, um ein Sprachrohr für Verstummte und an-den-Rand-Gedrängte zu sein.

Eine Gesellschaft, die an nichts anderes glaubt als an Erfolg und Konsum hat keine Zukunft - und das muss immer wieder unüberhörbar gesagt werden.

Auch dabei ist entscheidend, welche innere Haltung dahinter steht. Bei Paulus heißt es: “Lasst euch Zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, seid friedsam. So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.”

Ich finde es schön und hoffnungsvoll, dass Streit so ausgehen kann - neue Möglichkeiten des Lebens miteinander und füreinander eröffnet. Und so wünsche ich uns:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

 

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Gottesdienst 5. nach Trinitatis 2020

12. Juli 2020 um 9.30 Uhr Heudeber

Evangelium = Predigttext:                     Johannes 6; 1 – 15

Neue Möglichkeiten zu leben und Frieden kommen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, der für uns maßgeblich ist.        Amen.        

Liebe Gemeinde,

allzu bekannte biblische Geschichten haben den Nachteil, dass wir gar nicht mehr genau hinhören, wenn sie verlesen werden – wir wissen ja schon, wie sie ausgehen – und haben auch schon viele Predigten darüber gehört. Die Speisung der 5000 gehört zu ihnen – längst ist bekannt, was sie aussagen will.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – so sagt die Bibel. Der Mensch sucht mehr, wovon er leben kann: Gefüllte Hände, gestillter Hunger – im Gleichgewicht sein mit der Welt und mit sich.

In der biblischen Geschichte, die wir als Evangelium gehört haben, fanden Menschen das was sie suchten bei Jesus. Sie sind ihm nachgelaufen – sogar bis in die Wüste. Sie hatten Erstaunliches von ihm gehört – wussten vielleicht selbst nicht, was sie eigentlich wollten. Sie waren nur auf der Suche nach Sinn im Leben und Erfüllung ihrer Wünsche.

Jesus seinerseits hatte den Wunsch, sie alle satt zu machen. Er wusste von dem Hunger in ihren Herzen, von unerfüllten Sehnsüchten. Also besprach er sich mit seinen Freunden, den Jüngern.

Doch die sahen nur: Das hier sind zu viele Menschen. Diese Menge können wir niemals zufrieden stellen. Wir können nur den vorhandenen Mangel verwalten. Es reicht nicht vorne und nicht hinten.

Eine uralte Geschichte.

Heute gibt es ca. 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Ein Viertel von ihnen legt sich jeden Abend hungrig schlafen. Was würden wir antworten, wenn Jesus uns fragte: Was tut ihr für diese Menschen?

Wahrscheinlich erginge es uns wie den Jüngern damals. Wir würden die Situation überschlagen und die Kosten – und dann ein niederschmetterndes Ergebnis feststellen:

Das Ausmaß der Not übersteigt bei weitem die vorhandenen Hilfsmöglichkeiten.

Damals ging es um 200 Silbergroschen. Für die Jünger Jesu ein astronomisch hoher Betrag. Soviel Geld hatten sie noch nie auf einmal gesehen – eine solche Summe können sie nicht aufbringen.

Sie können sich nur nach dem umschauen, was vorhanden ist. Ein Kind hat fünf Gerstenbrote und zwei kleine Fische bei sich. Was damit anzufangen ist, kann sich jeder ausrechnen.

Fünf geteilt durch 5.000 – das gibt ein Tausendstel. Das ist gar nichts. Am Ende hat nicht einmal das Kind etwas zu essen.

So rechnen wir und nach den Regeln der Mathematik ist auch nichts dagegen einzuwenden.

Aber: Stimmt die Wertung, die mit solchem Rechnen verbunden ist?

Im Bereich unserer eigenen Erfahrungen wissen wir: Teilen führt nicht notwendig zur Verminderung des Bestandes.

Geteiltes Glück ist doppeltes Glück – so heißt es.

Jeder lebende Organismus vermehrt sich durch tausendfältige Zellteilung. Es kommt vor, dass durch Teilen mehr entsteht als vorher da war.

 

Im Blick auf die Speisungsgeschichte wird häufig von der wunderbaren Brotvermehrung gesprochen. Davon ist in der Erzählung selbst mit keinem Wort die Rede.

Nicht, dass Jesus Brot vermehrt hätte, wird berichtet, sondern, dass er es austeilte.

Ein Hinweis darauf, wie mit dem Hunger in der Welt umzugehen wäre:

Es geht um das Teilen – denn noch wächst auf unserer Erde so viel an Nahrungsmitteln, dass jeder Mensch davon satt werden könnte – alle 7,7 Milliarden.

Die Menschheit könnte es sich leisten, jedem so viel zu essen zu geben, wie er braucht. Das Vorhandene müsste nur gerecht verteilt werden.

Es schreit zum Himmel, wie viel Nahrungsmittel vernichtet oder gelagert werden – übrigens auch in den Entwicklungsländern selbst! – während Menschen vor Hunger sterben.

 

Die Speisungsgeschichte aus dem Neuen Testament stellt unsere Art zu rechnen und zu planen in Frage. Sie lädt ein, eine neue Rechenart zu lernen: Nicht ständig nachzurechnen, was möglich sein könnte und was nicht.

Eine andere Art zu rechnen: Das heißt, mit Gottes Gegenwart zu rechnen.

Als Epistel haben wir gehört, wie in der Apostelgeschichte von der ersten Gemeinde der Christen gesprochen wird. Sie lebten und teilten miteinander. Leider ist es nicht so geblieben.

Heute sieht es so aus: Für eine gerechte Verteilung der vorhandenen Güter der Erde zu sorgen – das überfordert uns: Die einzelnen und auch die Gemeinden – und zwar hoffnungslos.

Das Problem des Hungers in der Welt lässt sich nicht mit einem Schlage lösen.

Auch Jesus hat zu seiner Zeit das Hungerproblem als solches nicht gelöst. Er hat ein Zeichen gegeben. Er hat gezeigt, wie es aussieht, wenn 5. 000 Menschen miteinander teilen. Er hat sich allerdings geweigert, den Menschen die Sorge um das tägliche Brot abzunehmen.

Als sie ihn zum König machen wollten, der ihnen ein unbeschwertes Leben garantieren sollte, ging er von ihnen weg.

Wer in Jesus nichts anderes sieht als einen wundersamen Brotvermehrer – einem Steigerer des Glücks und des Wohlstandes – dem entzieht er sich.

 

Immerhin: Sechsmal wird im Neuen Testament von dem Speisungswunder erzählt. Mal sind es 4. 000, mal 5. 000, mal 6. 000, die satt werden.

Und vielleicht hat sich das Wunder – das tatsächliche Wunder – sich so ereignet, wie ich es mal gelesen habe:

 

Die Menschen sind losgelaufen als Jesus kam, um zu predigen.  Ganze Familien machten sich auf den Weg. Sie wussten nicht, wie lange sie unterwegs sein würden – wie lange der Prediger sie beeindrucken würde.

Vielleicht haben sie sich keine großen Gedanken gemacht über die Verpflegung unterwegs - obwohl das schwer vorstellbar ist, denn damals gab es noch nicht an jeder zweiten Ecke einen Kiosk – und in der Wüste schon gar nicht.

Bestimmt aber gab es fürsorgliche Mütter und Väter, die an Reiseproviant dachten.

Nicht viel, aber immerhin – etwas für unterwegs hatte sicher jeder dabei.

So wie die Jünger – ein paar Brote und Fische.

Und typisch ist dann auch, dass ausgerechnet ein Kind anfängt zu teilen. Es kann noch nicht rechnen, so wie die Erwachsenen – es kann noch nicht weit genug denken – es fängt einfach an, auszuteilen.

 

Und dann geschieht das Wunder – vielleicht ganz zaghaft und klein: Da packt noch einer aus was er mit hat für sich und die Seinen. Er - oder sie – behält es nicht mehr ängstlich für sich, obwohl nicht klar ist, ob es dann noch reicht –

und dann ein Zweiter und ein Dritter.

Je mehr sich beteiligen, desto geringer wird die Angst, es könnte nicht reichen.

Und so kommt es, dass am Ende sogar noch etwas und nicht einmal wenig übrig bleibt – ein wirkliches Wunder.

Das Wunder: Menschen hören auf, nur an sich selbst zu denken – sie verlieren ihre Angst vor dem Loslassen und Weggeben –

und dann reicht es für alle.

Leider wissen wir nicht, wie lange dieses neue Miteinander gehalten hat – wie lange es so blieb in den ersten christlichen Gemeinden. Irgendwann machten zu viele nicht mehr mit – so wurde das Evangelium – die Gute Nachricht – verwässert. Aber: Sie gilt noch immer!

 

Die Erzählung lässt sich jedoch auch in einem übertragenen Sinne verstehen:

Immer wieder geraten Menschen in Situationen in denen es so aussieht, als ginge nichts mehr – keine Lösung des Problems ist in Sicht – alles scheint zu Ende. Die Aufgaben zu groß, die Gaben zu klein.

Heute heißt es in unserem Lebensbereich in der Regel nicht: Es fehlt das Essen, sondern: Es fehlt an Geld und an Arbeit.

Dabei ist beides in ausreichendem Maße vorhanden – nur eben schlecht bzw. ungerecht verteilt.

Dazu gibt es Hinweise zur Veränderung der Situation:

  1. Schaut nach, was vorhanden ist. Seht euch um, was ihr habt an Geld und Gaben und Aufgaben. Es ist mehr als auf den ersten Blick erkennbar wird. Die Jünger sollen bei sich selbst anfangen. („Gebt ihr ihnen zu essen.“) Jesus macht sie handlungsfähig und traut ihnen etwas zu. „Was ist vorhanden?“ – diese Frage lenkt die Blickrichtung vom Großen und Unerreichbaren auf das Kleine, mit dem man etwas anfangen kann.
  2. Das Ganze muss überschaubar werden – teilt euch auf in kleinere Gruppen – 5. 000 sind zu viel – lagert euch um einen Tisch – schaut euch in die Augen – in kleineren Bereichen lässt sich vieles leichter klären. Fängt man damit an, erst zu berechnen, was für das Ganze gebraucht wird, wird es vermutlich nie zu einer Lösung kommen.
  3. Jesus schaut nach oben – auch das in einem übertragenen Sinne gemeint: Er wendet sich an Gott – er weiß, dass er nicht alles übersehen kann, wenn er mittendrin steckt in dem Dilemma – da hilft es zu wissen: Gott ist ja da – er nimmt uns nicht die Arbeit ab und nicht die Fantasie und das Nachdenken, aber er lässt uns auch nicht allein. Jesus dankt dem Geber des Lebens und der Lebensmittel – wer dankt, der denkt und dadurch verändert sich die Situation.

 

Die Wundergeschichten aus dem Neuen Testament - die Erzählungen von Jesus und seinem Umgang mit Menschen – wie er sie verändert und ermutigt hat –

sie machen einfach Mut für die vielen kleinen nötigen Schritte die nötig sind, um unsere Erde lebenswert und liebenswert für ALLE zu machen.

Und da zählt es nicht zu sagen: Ich allein kann ja doch nichts ausrichten und ändern – niemand von uns kann die ganze Welt verändern, aber doch jeder ein kleines Stück – und das ist viel wert – es kann ein Anfang sein zu einer Bewegung, die viele erreicht.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, als alle Skepsis und Vorsicht, bewahre unsere Herzen und Gedanken, unseren Mut und unsere Phantasie in Jesus Christus, unserem Herrn.       Amen.

 

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Gottesdienste  4. nach Trinitatis 5. Juli 2020

9.30 Uhr Langeln

Evangelium = Predigttext:                Lukas 5; 1 – 11

Neue Möglichkeiten zu leben und Frieden kommen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, der für uns maßgeblich ist. Amen.

Liebe Gemeinde,

ich weiß nicht, mit welchen Erwartungen sie in einen Gottesdienst kommen – ob ihnen die Atmosphäre und die Musik wichtig sind – ob sie Nachdenkenswertes hören möchten – oder Gemeinschaft mit anderen suchen - was ihnen wichtig ist an einer Predigt

Mir ergeht es so, dass ich mir Ermutigung erhoffe – gegen alles, was mutlos, traurig oder wütend macht – dass ich mit mehr Lebensfreude gehen kann als ich gekommen bin.

Das Evangelium ist für mich so ein Beispiel – eine Erzählung, die Mut macht.

Dabei enthält sie ziemlich viel Unwahrscheinliches – Kinder könnten sagen: Das ist ja ein Märchen. Erwachsene würden sagen: Das ist Anglerlatein. Viel zu schön um wahr zu sein.

Nur der Anfang klingt realistisch: Petrus hat zusammen mit seinen Freunden die ganze Nacht hart gearbeitet – und am Ende blieb ihm nichts. Kein Fang, kein Erfolg, kein Geld – alles war vergeblich.

Solche Klagen höre ich oft und ich kenne sie auch von mir. Ich habe mir Mühe gegeben, aber es wurde nichts daraus. Ich habe Besuche gemacht und geredet, aber keiner hat richtig zugehört. Ich wollte etwas Gutes bewirken und wurde völlig missverstanden.

Ich kenne Kinder, die geben sich Mühe und lernen für eine Klassenarbeit - aber: Manchen fällt es eben schwer und außerdem haben die Lehrer die falschen Fragen gestellt – nichts.

Oder Eltern haben Kinder erzogen mit viel Aufwand und Einsatz und vielen Hoffnungen – nun sind sie groß und weit weg und lassen sich nicht mehr sehen. Alles vergeblich?

Erwachsene haben neue Berufschancen erprobt und sind gescheitert – berufliche und menschliche Enttäuschungen sind heute eher an der Tagesordnung als Erfolgsmeldungen.

Jemand hat Verantwortung übernommen in der Kirchengemeinde, aber niemand sagt „danke“ und es sieht nicht gut aus: Zu wenig Leute, zu wenig Geld ...

Damals saß Petrus  am Morgen da und flickte die Netze wieder zusammen. Sie müssen gewaschen und gereinigt werden, damit es in der nächsten Nacht weitergehen kann. Und da kommt Jesus – ein ihm bis dahin unbekannter Mann. Der bittet darum, auf den See hinausgerudert zu werden.

Ich kann mir vorstellen, dass Petrus dazu gar keine rechte Lust hatte – schließlich war er müde und wäre sicher lieber schlafen gegangen, um sich von den Anstrengungen und der Enttäuschung zu erholen.

Doch er ist ein offenbar gutmütiger Mensch, also tut er dem Fremden den Gefallen – und hört zu, wie Jesus predigt, was er den Menschen am Ufer zu sagen hat.

Doch was dann kommt, geht ihm nun wirklich zu weit: Wirf deine Netze noch einmal aus, sagt Jesus – und das widerspricht allen Fischer – Erfahrungen: Nachts müssen die Netze im Wasser sein und nicht am Tage.

Und an dieser Stelle geschieht für mich das eigentliche Wunder dieser Geschichte: Petrus fasst Vertrauen – wider alle eigenen Erfahrungen sagt er: Auf dein Wort hin will ich es tun.

Auf dein Wort hin! Für mich ist das ein ganz starker Satz. Ich denke an Situationen, wo einer nicht mehr weiter weiß und weiter kann und dann kommt ein anderer und sagt ganz überzeugend: Versuche es doch noch einmal – es wird dir schon gelingen.

Mir fallen Kinder ein, die etwas Neues üben sollen – laufen – sich selbst anziehen – später schreiben und rechnen und was weiß ich noch alles – und manchen fällt es eben schwer. Dann ist es gut, wenn einer da ist und Mut macht:

Versuchs noch mal, du kannst es! (Schwimmen und Valentin!) – Meist hilft das weiter – genauso wie das Gegenteil Lernen verhindert – wenn gesagt wird: Der/die schafft das sowieso nicht.

Das geht auch Erwachsenen so – dass sie enttäuscht sagen: Ich kann das nicht – das wird doch nichts - 

und auch dann hilft es, wenn der Richtige kommt und sagt: Ich traue dir das zu – versuch´s noch mal. Und notfalls noch mal und noch mal.

Einander Mut machen in schwierigen Situationen – das gehört zu dem, was wichtig ist in einer Gemeinde und für jedes Miteinander. Vor allem, wenn es nicht nur um Dinge und Sachen, sondern um Menschen geht.

Wenn es heißt: Aus dem da wird nichts – oder: Um die lohnt es sich nicht –

dann ist besonders wichtig, dass jemand eingreift und einlädt und verlockt: Versuche es doch noch mal.

Oder jemand hat eine Aufgabe übernommen und dann kommen skeptische Stimmen und Selbstzweifel: Kann ich das überhaupt? Werde ich es packen? Sind dann andere da, die sagen: Na klar, ich traue dir das zu!

Von Jesus wissen wir, dass er so mit Menschen umgegangen ist – auch mit denen, die von anderen längst aufgegeben worden waren – mit den schwierigen und ungeliebten – auch mit denen, die nicht besonders klug oder tapfer oder schön und bedeutsam waren.

Petrus war kein besonderer Mensch – er ist auch nach dieser Begegnung am Ufer kein Heiliger geworden und kein Held. Er hat Jesus vertraut – und das hat sein Leben verändert – weil sein Vertrauen diesmal nicht enttäuscht wurde.

Lasse ich mich von Jesus aus meinem Alltagstrott herauslocken? Habe ich den Mut,  mich für Veränderungen einzusetzen – in den Gemeinden, in den Kommunen, in der Gesellschaft – für mehr Gerechtigkeit – für diejenigen, die unter die Räder geraten – die nicht mithalten können, weil sie keine Beziehungen haben oder keine Kraft mehr?

Vielen – zu vielen – ist der Mut dazu vergangen – weil es ja doch nichts nützt. So ist es oft. Immer wieder erweisen Wege sich als Sackgassen und das tut weh.

Der Dichter Hemingway erzählt in seinem berühmtesten Buch von einem Fischer, allein auf dem Meer, hinter sich ein langes Leben; immer mit der vergeblichen Hoffnung auf den großen Fang seines Lebens. Doch als ihm der Riesenfisch ins Netz geht, wird der Erfolg von Raubfischen zunichte gemacht. Eine große Geschichte, die mit Hoffnung beginnt und mit Enttäuschung endet. Eine Geschichte, die mir bekannt vorkommt - und zu der unser Predigttext das  Gegenstück ist.

Dazu fällt mir ein: Viele wollten schon vieles erreichen; mit Mut und Phantasie und Einsatz. Und am Ende blieben zerstörte Illusionen. Es macht mutlos, wenn die Erfahrungen über die Hoffnungen siegen.

 

Der Arzt Lukas hat die Geschichte von Jesus und Petrus und dem guten Fang sehr einladend erzählt. Er lädt ein zum Vertrauen – er ist selbst ein Menschenfischer – kein Bauernfänger – er nimmt die Menschen ernst und macht ihnen nichts vor.

So beginnt es. Die ersten Nachfolger werden aus ihrem Alltag herausgerufen. Jesus begegnet da, wo nichts mehr erwartet wird und nichts mehr zu holen scheint. Er lädt ein zum Vertrauen in seine Worte und Werte - damit das Leben neu werden kann.

Es ist schwer, immer neue Anfänge zu wagen. Zu oft enden derartige Versuche wie der bei Hemingways altem Mann auf dem Meer. Das kennen die meisten Menschen - die Zerstörung zu vieler Hoffnungen hat verletzt - die Wunden sind noch frisch.

Petrus hat seinen Zweifel ausgesprochen - und dann hat er Vertrauen gewagt. Jesus braucht heute genauso wie damals Nachfolgerinnen und Nachfolger.  Er wollte Gerechtigkeit und Frieden für alle. Auch für diejenigen, die mitten unter uns unter die Räder geraten. Sie brauchen den Beistand von Menschen, die sich von schlechten Erfahrungen nicht ihre Hoffnungen nehmen lassen. Weil es doch immer wieder Wunder gibt.

Ich möchte aus dieser biblischen Erzählung lernen: Wenn ich mal wieder denke, es bringt nichts mehr und es lohnt nicht mehr und es nützt auch gar nichts und ich kann das nicht und werde es auch nicht lernen

– dann möchte ich mich an Petrus erinnern – oder an ihn erinnert werden - der in aussichtslos scheinender Situation gesagt hat: Auf dein Wort hin, Herr, will ich es versuchen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, als alle Skepsis und Vorsicht, bewahre unsere Herzen und Gedanken, unseren Mut und unsere Phantasie in Jesus Christus, unserem Herrn.       Amen.

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Eröffnungsandacht

 Evangelisches Gemeindezentrum Thale 

22. Februar 2020 um 10 Uhr

Dialog Einweihung Gemeindeanbau St. Petri Thale

Ursula Meckel & Thomas Thiede

Ursula: Verehrte Anwesende, liebe Festgemeinde,

als ich ca. 2015 davon erfuhr, dass ein Anbau an der St.Petri-Kirche geplant ist, schossen mir sofort drei Gedanken durch den Kopf:

-          1. Das ist niemals genehmigungsfähig - denn da gibt es die obere, untere und mittlere Denkmalsschutzbehörde – und vermutlich noch diverse andere Instanzen und Behörden, die mitzureden haben.

-          2. Das ist nie und nimmer finanzierbar – ich habe zwar keine Ahnung von den wirklichen Kosten, aber ich bin sicher: Ganz bestimmt nicht von den beiden kleinen Kirchengemeinden hier in Thale.

-          3. Es kann mir eigentlich auch egal sein, weil ich das ganz sicher ohnehin nicht erleben werde.

Nun ja – so kann man sich irren.

Der Bau wurde genehmigt, die Finanzierbarkeit wurde geklärt – es fehlt zwar noch einiges für die Innenausstattung – und ich lebe noch.

Nun ist eine weitere und viel wichtigere Frage offen: Wird der Anbau angenommen von den Menschen, für die er konzipiert ist –

also: Werden sich hier Menschen treffen und miteinander ins Gespräch kommen, diskutieren, kreativ sein, singen, blasen, tanzen, filzen, malen – ein wirkliches Kultur- und Begegnungszentrum?

Das wird die kommende Zeit bringen und ich kann es nur hoffen und wünschen, damit das Engagement, auch das finanzielle, nicht vergeblich war.

Allerdings: Ich höre auch viel Skepsis und Kritik – „Was habt ihr denn da mit unserer schönen Kirche gemacht?“ – „Das passt doch überhaupt nicht dahin!“ – usw. usf.

Thomas: (vom Bläserplatz aus) Aber das ist doch klar. Immer, wenn etwas Neues entsteht sind sofort diejenigen auf der Matte, denen das nicht gefällt. (kommt nach vorne)

Dabei haben wir als Gemeindekirchenrat es uns nicht leicht gemacht. Als 2014 klar war, dass wir unser Gemeindehaus auf der anderen Straßenseite nicht erhalten und auch nicht behalten können, waren wir nicht nur traurig, sondern auch geschockt und ziemlich verzweifelt.

Na klar, hätten wir uns einfach hinsetzen und weinen und uns bedauern können, aber wir wollten nach vorn sehen und überlegen, wie es weitergehen kann. Es gibt so ein schönes Bibelwort: „Wer seine Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes.“

Ursula: Also, ihr wollt hier das Reich Gottes aufbauen?

Thomas: Naja, nicht ganz so vollmundig. Wir möchten, dass sich hier Menschen treffen und begegnen können, etwas miteinander erleben und gestalten. Und nicht nur evangelische Christen, sondern alle Menschen, denen Kultur wichtig ist – deshalb heißt es ja „Kultur-und Begegnungszentrum“. Und dass Kultur wichtig ist, wird ja wohl niemand ernsthaft bezweifeln. Schau dir doch nur an, was gerade in der Politik so läuft – wie respektlos da miteinander umgegangen wird – wie oft Andersdenkende übereinander reden, aber nicht miteinander – sich gegenseitig austricksen - einander verteufeln anstatt sich zuzuhören.

Ursula: Das ist leider wahr. Aber wie wollt ihr das mit diesem Anbau ändern? Soll hier ein Diskutierclub entstehen, wo Menschen unter Anleitung lernen, wie man kulturvoll miteinander umgeht.

Thomas: Natürlich nicht. Oder vielleicht auch? Mal sehen. Auf jeden Fall wollen wir die Möglichkeit geben, dass Menschen etwas gemeinsam erleben – schon das verbindet ja und baut Berührungsängste ab. Beim gemeinsamen Tun kommt man sich näher – oder auch, wenn man sich miteinander erfreut, zum Beispiel an schöner Musik oder gemeinsam einen Film ansieht und sich darüber austauscht, Theater spielen oder anschauen, Lesungen und unterschiedliche Workshops.

Es gab schon mal ein Format, das „Kreuz und quer“ hieß, eine Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Angeboten – das möchten wir wieder beleben. Die ersten Termine sind schon geplant.

Ein großer Vorteil des Anbaus ist, dass er barrierefrei gestaltet wurde, also auch für Menschen mit Handicap zugänglich ist, niemand ausgegrenzt wird.

Wir – nicht nur diejenigen vom Gemeindekirchenrat - sind jedenfalls gespannt und neugierig, wie es hier weitergeht – bzw. erst richtig los geht.

Ursula: Mir fällt auch noch ein Bibelwort ein:

„Denn siehe, ich will ein Neues machen; jetzt soll es aufwachsen - erkennt ihr es nicht?“

Da lädt der alte Prophet Jesaja dazu ein, genau hinzusehen wo etwas Neues wächst, darüber zu staunen und es zu pflegen.

Thomas: Genau das haben wir vor – hinsehen, staunen, pflegen – Menschen aktivieren und einladen, nicht nur Thalenser, sondern auch die vielen Touristen, die in unsere Stadt kommen.

Ursula: Übrigens – weißt du, was das hier ist? (Raupe zeigen)

Thomas: Nicht wirklich, sieht aus wie ne olle Raupe.

Ursula: Genau – das Wertvolle und Schöne daran ist zunächst nicht zu sehen – weil es noch inwendig ist:

(Raupe entfalten zum Schmetterling)

Thomas: Wow! So oder jedenfalls so ähnlich stelle ich mir die Zukunft von unserem Kultur- und Begegnungszentrum vor.

Beide:             Amen.

Lied:   Komm, bau ein Haus …      Blatt                                                 Chor, Bläser

 

Wir bitten um Gottes Segen:

Ursula Meckel: Herr, segne unsere Hände, dass sie behutsam seien,

dass sie halten können, ohne zu Fesseln zu werden,

dass sie geben können ohne Berechnung,

dass ihnen innewohnt die Kraft, zu trösten und zu segnen.

 

Thomas Thiede: Herr, segne unsere Augen, dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,

dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,

dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,

dass andere sich wohlfühlen können unter unseren Blicken.

 

Steffi Andrä: Herr, segne unsere Ohren, dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen.

dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not, dass sie verschlossen seien für Lärm und Geschwätz, dass sie das Unbequeme nicht überhören.

 

Kristin Heyser: Herr, segne unsere Münder, dass sie dich bezeugen,

dass nichts von ihnen ausgehe, was verletzt und zerstört,

dass sie heilende Worte sprechen, dass sie Anvertrautes bewahren.

 

Stefan Ehrhardt: Herr, segne unsere Herzen, dass sie Wohnstatt seien deinem Geist,

dass sie Wärme schenken und bergen können,

dass sie reich seien an Verzeihung, dass sie Leid und Freude teilen können.

Ursula Meckel: Herr, segne dieses Haus, dass es offen sei für alle Menschen guten Willens,

dass wir einander zuhören und unterschiedliche Meinungen ertragen,

dass wir voneinander lernen und miteinander feiern können,

dass wir spüren können, wie Himmel und Erde sich berühren.

Amen

 

Musik: „Trumpet Tune“ Bläserklänge S. 292                                                               Bläser

 

 

 

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14. Mai 2017 - 40 Jahre Ordination - Thale St. Andreas

   

                                      

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Gottesdienst 31. Oktober 2014

Wendegedenken – Reformation – Verabschiedung Pastorin Ursula Meckel

Liebe Versammelte,

heute vor 25 Jahren um diese Zeit war ich sehr viel aufgeregter als heute – in zweieinhalb Stunden würde hier in dieser Kirche eine Veranstaltung beginnen, von der niemand sagen konnte, wie sie ausgehen würde – wie viele kommen würden – ob es friedlich bliebe. Einige entschlossene Bürger/innen hatten eingeladen zu einem „Gebet für Land und Leute“ - … ein heute völlig harmloser Text, damals  staatsgefährdend gefährlich – die Handzettel wurden schnell entfernt, doch es hatte sich herumgesprochen.

Etliche sind jetzt hier, die damals auch dabei waren – um viele Erfahrungen reicher.

An diesen Reformationstag vor 25 Jahren erinnern wir.

Reformationstag – ein evangelischer Feiertag, den wir hier in Thale seit vielen Jahren ökumenisch begehen – so auch heute – ein zweiter Grund zur Dankbarkeit, weil das keineswegs überall selbstverständlich möglich ist.

Der dritte Anlass dieses Gottesdienstes: Nach 40 Jahren im kirchlichen Dienst werde ich verabschiedet - von den Kirchengemeinden und vom Kirchenkreis – entpflichtet vom Amt? – von der Pflicht zur Kür? – beziehungsweise verabschiede ich mich? - oder auch nicht?

Schaun wir mal.

Auf jeden Fall feiern wir jetzt einen Gottesdienst mit ganz viel Musik und dafür bin ich dankbar; dankbar allen, die ihn mit ausgestalten – und dazu gehören auch Sie alle hier, die zum Mitsingen eingeladen sind.

Dankbar bin ich vor allem dafür, dass wir uns versammelt haben im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Hilfe erwarten wir von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Chor + Gemeinde: Wo Menschen sich vergessen …

Gott, wir treten jetzt vor Dich mit unseren Erinnerungen, unseren Wünschen, unseren Befürchtungen und unseren Hoffnungen. Wir schauen zurück und nehmen Abschied – wir blicken nach vorn und haben Träume.

Ich möchte bewahren, was gut war in den vergangenen Jahrzehnten. Denn vieles war wunderschön, erfrischend, aufregend, überraschend neu – dafür danke ich, das will ich nicht missen.

Loslassen und bewahren - beides. Gott, gib mir den Mut, die Hände zu öffnen, um Altbekanntes loszulassen. Gib mir den Mut, die Hände zu öffnen und die Arme auszubreiten, um Neues, Unbekanntes zu begrüßen.

Gott, ich danke Dir, dass ich getragen bin von der Hoffnung, gehalten zu werden -  beflügelt von dem Glauben, dass Du Dich kümmerst - auch um mich. Begeistert von dem Glauben, dass Du da bist.

Du hältst die Zeit liebevoll in Deinen Händen. Du bist ewig. Gestern und heute und morgen. Kein Anfang, kein Ende. Die Zeiten kommen und gehen - Du bleibst und rufst zum Leben im Vertrauen auf Dich und Deine beständige Gegenwart. Du bist auch jetzt mitten unter uns. Das ist Grund, sich zu freuen – deshalb:

Jauchzet dem Herrn alle Welt!

Amen.

Chor + Bläser:     Psalm 100

Lesung = Prediger 3; 1 - 13                                   

Meine Hoffnung …

                Credo                                                        

Bläser:                 La nuit

PREDIGT-Einstieg

U.:     Sag mal bitte,  Angelika, findest Du nicht auch, dass das heute hier eine etwas seltsame Veranstaltung ist?

A.:     Wieso seltsam? Es ist ein schöner Gottesdienst in einer vollen Kirche mit aufmerksamen Menschen, viel Musik und guter Stimmung. Und weil aller guten Dinge drei sind, gibt es drei inhaltliche Schwerpunkte: Wende-Gedenken, Reformation und Deine Verabschiedung.

U.:     Wende-Gedenken und Reformation sind klar – aber meine Verabschiedung? Mein Dienst hier im Pfarrbereich endete schon vor sieben Monaten. Ich wohne weiter in der Gemeinde und gehöre zum Bläserchor und in der Stadt bleibe ich ebenfalls, sogar im Stadtrat. Und: Im Kirchenkreis und selbst darüber hinaus geht meine Arbeit weiter. Also was für ein Abschied?

A.: Kann es sein, dass Du Dich um einen Abschied drücken willst?

U.: mhm … Also, mein ältester Patensohn hat mir geschrieben: „Ruhestand KANNST Du gar nicht.“

A.: Weiche nicht aus! Kann es sein, dass Du Dich drücken willst vor dem Abschied? Weil das weh tut?

U.: mhm …

A.: Bisher hast Du das ja ganz geschickt geschafft – denn Dein Dienst im Pfarrbereich Thale endete ja bereits am 31. März – wie Du weißt…

U.: Und Du weißt: Jeder Abschied ist ein kleines Sterben.

A.: Gehts auch etwas weniger theatralisch? - Du weißt: Alles hat seine Zeit … steht doch so schön auf der Einladung: …

U.: Das ist wohl der Unterschied zwischen Theorie und Praxis - oder wie wir hier im Osten gesagt haben: Zwischen Marx und Murks. Ich weiß, dass ich mich dem stellen muss. Nur: Zum April hast Du hier eine neue Pastorin eingesegnet. Willst Du mich jetzt aussegnen? Das klingt so nach Beerdigung.

A.: Natürlich nicht! Aber z. B. entpflichten – Du MUSST jetzt nichts mehr tun, aber Du darfst noch – und Pastorin bleibst Du ohnehin (so lange Du es möchtest).

U.: mhm …

A.: Nun schwirre schon ab auf die Kanzel – oder hast Du nichts mehr zu sagen?

U.:   Na gut. J  Aber ich bleibe lieber hier unten – ich möchte ja nicht „von oben herab“ reden …

Neue Möglichkeiten zu leben und Frieden kommen von Gott, unserem Vater, und Jesus Christus, der für uns maßgeblich ist.                 Amen.

Liebe Anwesende,

gestern wurde ich am Telefon gefragt: „Freust Du Dich eigentlich auf den Gottesdienst morgen?“ und ich konnte ehrlichen Herzens sagen: „Inzwischen Ja! Ja, ich freue mich.“

Im April, als das eigentlich aktuell war, hätte ich das noch nicht gekonnt, denn es ist ja etwas dran, dass ich mich eigentlich irgendwie um diesen Abschied drücken wollte, weil eben jeder Abschied ein kleines Sterben ist und weh tut.

Heute ist das anders, weil nicht nur ein Lebensabschnitt zu Ende ging, sondern weil Neues, und für mich sehr Erfreuliches angefangen hat – und weil Wichtiges geblieben ist.

Loslassen und bewahren zugleich, Ende und Anfang.

Allerdings: Irgendwie lastet jetzt auf mir der Druck, ich müsse nun etwas ganz Bedeutsames und Kluges sagen – etwas zum Merken und Aufmerken – zum Abschied, der ja gar kein wirklicher Abschied ist. Denn es sind eben keine „letzten Worte“.      

Klar ist, ich bin nicht mehr die Pastorin von Thale, Warnstedt, Bad Suderode und Friedrichsbrunn – den Staffelstab im Pfarrbereich habe ich am Ostermontag weiter gegeben - aber ich bin und bleibe Pastorin und das gerne und bin dankbar für neue Herausforderungen und Aufgaben im Kirchenkreis und darüber hinaus – solange ich das kann und darf.

Normalerweise sitze ich unter den Bläser/innen – und das ist mir wichtig: Mitzublasen und vor allem Dazuzugehören. Ich möchte Teil einer Gemeinschaft sein, keine Einzelkämpferin. Aber heute gönne ich mir mal das Zuhören - dürfen.

Wendegedenken – Erinnerung an den Reformations-Abend vor 25 Jahren – damals wurden „Zeugnisse der Betroffenheit“ laut.

Ursprünglich wollte ich jetzt sagen, was mich heute betroffen macht. Dann ist mir noch rechtzeitig eingefallen, dass in unserem Land viel gejammert wird – und das meist auf sehr hohem Niveau. Das möchte ich nicht und habe auch keinen Grund dazu, vielmehr möchte ich am Ende einer langen Zeit im kirchlichen Dienst sagen, was mich dankbar macht.

Ich werde drei Kerzen der Dankbarkeit entzünden.

1. Die erste für das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen, ohne das sehr vieles nicht möglich wäre - in den Kirchengemeinden – in den Kommunen – in Verbänden und Vereinen … über Parteigrenzen hinweg. Menschen, die nicht sagen „Was kriege ich dafür?“ und vor allem nicht: „Da kann man doch nichts machen“, sondern die sagen: „Da kann ICH was machen“ und das auch tun – zusammen mit anderen. Die nicht nur meckern und alles von anderen erwarten.

Dass viele den Mut haben, sich einzusetzen und kostenlos Zeit und Kraft opfern, auch wenn andere darüber den Kopf schütteln oder sich lustig machen, das finde ich einfach toll!

Mein Freund Erich Schweidler – er war Pfarrer an der St.Petri-Gemeinde und erster Nachwendebürgermeister in Thale – hat mir 1976 ins Gästebuch geschrieben: „Wer den Mut hat, sich unbeliebt zu machen, wer unbequem ist,  bringt die Entwicklung weiter. Mitmacher sind zwar bequem, aber langweilig.“

Sich anstößig zu verhalten bringt Anstöße – bringt in Bewegung – bringt weiter – macht die Welt etwas heller und wärmer, so wie diese Kerze.

2. Die zweite Kerze der Dankbarkeit entzünde ich für meine guten Erfahrungen mit der Ökumene – nicht nur aber auch hier in Thale.  Wir haben in den vergangenen Jahren vieles ganz unkompliziert gemeinsam gemacht, manchmal im Kleinen, dann auch im Größeren. Ich erinnere an den Ökumenischen Kreiskirchentag 2008, an die vielen Mitwirkenden beim Harzfest und 2009 beim Sachsen-Anhalt-Tag hier in Thale, bei den vielen Harzer Sommertagen, die wir ökumenisch gestaltet haben.

Viel Gemeinschaft und Gemeinsamkeiten konnte ich erleben bei den großen Ökumenischen Kirchentagen in Berlin und München, bei Katholikentagen und den großen evangelischen Kirchentagen und bei den Reformationstagen, die wir hier in Thale seit langem zusammen begehen – mit gemeinsamen fröhlichen Mahlzeiten.

Noch trennt uns evangelische und katholische Christen manches voneinander, doch es gibt viele Schritte aufeinander zu.  

Im September habe ich in Halberstadt an einer Ökumenischen Vesper teilgenommen aus Anlass des kirchlichen Festes für den Frieden und die Einheit der Kirche. Ein katholischer Geistlicher führte dazu aus:

Wichtig bleibt, dass der Glaube und das Mahl anderer Konfessionen nicht richtig oder falsch, sondern ehrlich, aber eben anders sind. Diese Erkenntnis ist eine tragfähige Grundlage für Gespräche, die keinen Einheitsbrei als Ergebnis wollen. Selbst wenn es immer noch nicht nach einer zeitnahen Lösung aussieht: "Der Mauerfall vor 25 Jahren kam auch unerwartet!"

Beifall bekam er für seinen Satz: „Freiheit muss ich mir NEHMEN.“  Die bekommen wir nicht auf einem Silbertablett serviert. Wenn das nicht hoffen lässt!

Dafür die zweite Kerze, bei der ich auch an den Satz denke, der mir schon in der DDR-Zeit wichtig geworden ist: „Es ist besser eine Kerze anzuzünden als über die Dunkelheit zu jammern.“

3. Die dritte Kerze ist deutlich größer als die beiden anderen und das ist natürlich kein Zufall. Ich bin in einem nichtkirchlichen Elternhaus aufgewachsen und habe als Jugendliche ersten Kontakt zu Kirche und Glauben gefunden. Dankbar bin ich für die Kraft des Glaubens – für die Einladung zur Freiheit und zum aufrechten Gang.

Ein Spruch von Theodor Storm, den ich von meinem Konfirmator gelernt habe, hat mich geprägt: „Der eine fragt: Was kommt danach? Der andre fragt nur: Ist es recht? Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht.“

Ich wollte FREI sein und habe im Glauben Freiheit gefunden und die Erkenntnis gewonnen: Gottesfurcht schützt gegen Menschenfurcht. Ich denke an Paulus in der Gefängniszelle: Er war gefesselt und predigte dennoch FREI das Evangelium. – Ich lebte in einem Staat, der seine Bürger/innen einsperren musste, damit sie blieben …

Diesen Zustand konnten wir beenden – friedlich – ohne Gewalt – mit vielen kleinen Kerzen, auch hier bei uns in Thale.

Dafür diese dritte große Kerze. Danke für alles!

Heute meine Verabschiedung aus dem offiziellen Dienst. Aber ich bin und ich bleibe Pastorin. Als Christin lebe ich in dem Wissen, ein Geschöpf zu sein – verantwortlich für mein Leben, für alles Tun und für alles Lassen – und angewiesen auf Gemeinschaft.  

Gott gibt dem Menschen viele Möglichkeiten und setzt ihm hilfreiche Grenzen. Wer sich vor Gott verantwortlich weiß, geht verantwortlich mit der Schöpfung, mit den Mitmenschen, mit sich selbst um.  

Jesus ist uns ein Vorbild: Er war unbequem und anstößig – hatte keine Angst vor den Mächtigen und Geduld mit den Unvollkommenen. Er blieb ehrlich und riskierte es, sich unbeliebt zu machen. Mit seinen Maßstäben lässt es sich leben: „Gott ist der Mensch, der uns menschlicher macht.“

Zum Schluss ein Satz vom „Ehrenbürger der Herzen“ unserer Stadt, dem katholischen Pfarrer Wolfgang Janotta, den ich beim Abschied von den Gemeindekirchenräten im März zitiert habe:

„Ich habe getan, was ich konnte. Den Rest muss der liebe Gott erledigen.“

Wird er – er hat ja Sie und Euch! J

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, als alle Skepsis und Vorsicht, bewahre unsere Herzen und Gedanken, unseren Mut und unsere Phantasie in Jesus Christus, unserem Herrn.       Amen.

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Angelika Zädow:

Liebe Ursula, liebe Gemeinde,

nach 38 Jahren in Thale und 40 Jahren im kirchlichen Dienst wirst Du, liebe Ursula, heute aus diesem Dienst verabschiedet. Dass Du daran lange geknabbert hast, ist kein Geheimnis. Und ja, das ist sicher schwer, nach einer solchen Zeit alles „sein“ zu lassen, was vier Jahrzehnte tagtäglich das Leben und die Zeit prägte, den Tagesrhythmus vorgab, Herz und Verstand beschäftigte: Lektoren und Organistinnen für die Gottesdienste und Amtshandlungen zu finden, die Gemeindebriefe zu gestalten und den Beiträgen „hinterher“ zu laufen, Besuche zu machen, die Anfragen des Kreiskirchenamtes zu bedienen, Gruppen und Kreise zu organisieren und noch viel mehr. Das alles hört nun auf nach 40 Jahren.

Diese Zahl spielt übrigens in der Bibel immer wieder eine Rolle: 40 Tage und Nächte dauerte die Sintflut, 40 Jahre dauerte der Zug des Volkes Israel durch die Wüste, Mose weilt 40 Tage auf dem Berg Sinai, um die Gebote zu empfangen, der Prophet Elia geht 40 Tage und Nächte zum Berg Horeb und Jesus fastet 40 Tage in der Wüste.

So unterschiedlich diese Erzählungen sind -  zwei Dinge verbinden sie. Erstens: In dieser Zeit begegnen sie Gott. Und ich wünsche Dir und Ihnen, liebe Gemeinde, dass Sie im Nachdenken über die gemeinsame Zeit im Pfarrbereich Thale auch sagen können: Da gab es Momente und Augenblicke der Gemeinschaft, in denen wir uns des Glaubens sicher waren oder wurden.

Zweitens: Nach dieser Zeit veränderte sich das Leben der Menschen. Dieser Zeitpunkt ist nun für Dich, und Ihre Gemeinden gekommen. Sie alle haben eine neue Pastorin, die nun mit Ihnen Leben und Zeit im Pfarrbereich Thale gestaltet und auf dem Weg des Glaubens weiter geht, anknüpft an das was war und ganz andere Wege wagt.

Und du, liebe Ursula, wagst ja bereits andere Wege, hilfst Gemeinden im Kirchenkreis über die Zeit von Vakanzen hinweg. Hältst Gottesdienste und Amtshandlungen, organisierst und berätst. Der Rhythmus Deiner Zeit ist nun anders. Aber die Zeit an sich bleibt. Du hast nun die Freiheit, sie nach Deinen Wünschen nach Deiner Lust woanders zu gestalten und ohne Amtspflichten. Von Herzen wünsche ich Dir, dass Du diese Freiheit nutzen und Deine Zeit füllen kannst.

So Gott will, noch 40 Jahre, Amen.

 

Liebe Ursula,

vor Gott und dieser Gemeinde endet hiermit Dein Dienst im Pfarrbereich Thale, der Dir übertragen war. Alle Zuständigkeiten und Pflichten liegen nicht mehr in Deinen Händen. Was Dich in Deiner Arbeit beschwert hat, was unfertig blieb oder Sorgen macht, legen wir in die Hände Gottes, der allein aus allem ein Ganzes zu machen vermag. Nichts soll Dich beschweren, nichts soll Dich betrüben. Gott wird Dich tragen und begleiten auf Deinem weiteren Lebensweg.

 

Gebet:

Gott, Du Anfang und Ende der Zeit: Wir danken Dir für den Dienst von Pastorin Ursula Meckel, für die Zeit, die sie hier gewirkt hat. Und bitten Dich: Segne unsere Schwester im Glauben. Stärke sie mit Deinem Wort. Schenke ihr Mut und Zuversicht. Das bitten wir Dich durch Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist unserem Leben einen neuen Anfang schenkt. Amen.

Segen

Gott segne dir den Blick zurück und den Schritt nach vorn. Er schenke dir eine Melodie, die dich wie ein Lachen durch den Tag begleitet und Menschen, die ihre Arme um dich legen wie ein wärmender Mantel. So segne dich…